In der Welt der klassischen Musik ist ein Ereignis geschehen, das nicht nur musikalisch, sondern auch finanziell als Sensation bezeichnet werden kann. Ein Alt von Antonio Stradivari, der in der „goldenen Ära' des Meisters geschaffen wurde, wurde für einen Rekordpreis von mehr als 30 Millionen US-Dollar erworben. Dieses einzigartige Instrument, das den Namen Macdonald trägt, befindet sich nun im Besitz von Amihai Gross, dem ersten Altisten der Berliner Philharmonie.
Der neue Rekordhalter unter den Streichinstrumenten
Der von der Zeitschrift The Strad berichtete Deal übertraf die bisherigen Erfolge auf dem Markt für antike Musikinstrumente. Zuvor galt die Stradivari-Geige Baron Knoop, die 2025 für mehr als 23 Millionen Dollar verkauft wurde, als das teuerste Instrument. Nun hat der Alt Macdonald die Spitze der Rangliste erreicht und ist das teuerste Streichinstrument der Geschichte geworden.
Der Kauf wurde von der Berliner Musikerschutzgesellschaft Stretton Society getätigt. Dieses internationale Netzwerk von Mäzenen spezialisiert sich darauf, herausragenden Interpreten seltene Instrumente von Stradivari, Guarneri und anderen großen Meistern zur Verfügung zu stellen und junge Talente zu unterstützen.
Die Geschichte des legendären Macdonald
Der Alt wurde um 1719 herum geschaffen. Seinen Namen erhielt er im 19. Jahrhundert, als er vom britischen Aristokraten Godfrey Bosville MacDonald erworben wurde. In seiner langen Geschichte gehörte das Instrument verschiedenen bekannten Sammlern und Musikern. 1964 kaufte Peter Schidlof, Altist des berühmten Amadeus-Quartetts, das Instrument für 81.000 Dollar.
2014 tauchte der Macdonald bereits bei Sotheby's mit einem Startgebot von 45 Millionen Dollar auf, fand aber damals keine Käufer und verschwand aus dem öffentlichen Blickfeld. Forscher, die sich auf die Arbeiten der Brüder Hill beziehen, stellen fest, dass dies einer der herausragendsten Alts des Meisters ist, der sich durch einen rot-orangen Lack und eine massive Rückplatte auszeichnet.
Warum ist der Preis so hoch?
Die enorme Kostenhöhe ist auf die Seltenheit zurückzuführen. Weltweit sind etwa 650 Stradivari-Instrumente erhalten, davon etwa 580 Geigen und rund 60 Violoncelli. Von Alts sind nur wenige Exemplare übrig geblieben. Der Wert des Macdonald wird nicht nur durch seine Herkunft und historische Bedeutung bestimmt, sondern auch durch seine außergewöhnliche Klangqualität.
Die Rückkehr ins Leben
Der neue Besitzer ist Amihai Gross, der seit 2010 der führende Altist des Berliner Philharmonischen Orchesters ist. Zuvor spielte der Musiker auf einem Instrument der Schule von Gasparo da Salo aus dem 16. Jahrhundert. Da der Macdonald jahrzehntelang kaum verwendet wurde, musste Gross ihn buchstäblich wieder „einrennen'. Laut Experten wird das Holz durch die Vibrationen elastischer und reagiert schneller auf den Bogen.
Das Publikum wird dieses historische Instrument erstmals am 18. Juni in der Berliner Philharmonie hören können. Während der Aufführung der Dritten Sinfonie von Beethoven unter der Leitung von Gustavo Dudamel werden die Zuschauer Zeugen der Rückkehr der Legende auf die Bühne.