Der ukrainische Flügelstürmer Mychajlo Mychryk, der wegen eines Doping-Skandals mehr als ein halbes Jahr außerhalb des Profifußballs stand, ist offiziell zurück und sucht aktiv nach Spielpraxis. Laut Informationen des Insiders Nicolò Schira, auf die Sport RBC.UA verweist, hat der 25-Jährige bereits beim Training mit Chelsea mitgearbeitet und mehrere Testspiele absolviert. Die Vereinsführung des Londoner Klubs betrachtet eine Leihe jedoch als den schnellsten Weg, um dem Spieler seine Wettkampfform und sein Selbstvertrauen zurückzugeben.

Rückkehr nach 20 Monaten Pause

Das entscheidende Ereignis, das die aktuelle Situation prägte, war die Aufhebung der Sperre Ende Juli 2026. Zur Erinnerung an die Chronologie: Im Dezember 2024 hatte Mychryk einen positiven Dopingtest auf Meldonat, woraufhin er zunächst unbefristet suspendiert wurde, was ihn faktisch für einen längeren Zeitraum außer Gefecht setzte. Erst nach einer Überprüfung des Falls und der Aufhebung der Sanktionen erhielt der Mittelfeldspieler die Möglichkeit, in den Profisport zurückzukehren. Seine wichtigste Aufgabe besteht nun darin, seine Form wiederzufinden und das Trainerteam von seiner Bereitschaft für Spiele auf höchstem Niveau zu überzeugen.

Leihe als Priorität: von Straßburg zur Premier League

Als erste potenzielle Leihe wurde der französische Club Straßburg genannt, der mit Chelsea einen gemeinsamen Eigentümer hat, was den Transfer organisatorisch erleichtert hätte. Mychryk selbst besteht jedoch darauf, in der englischen Meisterschaft zu bleiben, in der er sich bereits eingelebt und von sich reden gemacht hat. Dieser Wunsch verkleinert den Kreis der Optionen und verschiebt den Fokus der Verhandlungen auf Premier-League-Clubs, die dem Ukrainer regelmäßige Spielpraxis bieten können.

Tottenham und der Faktor De Zerbi

Gegenwärtig gilt Tottenham als der Topfavorit in der Premier League, der von Roberto De Zerbi trainiert wird – dem ehemaligen Trainer von Schachtar Donezk. Genau unter dem Italiener gelang Mychryk sein erster großer Karrieredurchbruch, weshalb ein mögliches Wiedersehen mit dem „alten Trainer“ als logischer und motivierender Schritt gilt. Für die „Spurs“ erscheint die Leihe des Ukrainers als pragmatische Lösung: ein bekannter Spieler, der die Außenposition verstärken kann, ohne langfristige finanzielle Verpflichtungen.

Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Spurs: Priorität Gakpo

Gleichzeitig ist jedoch hervorzuheben, dass Mychryk derzeit nicht das Topziel von Tottenham ist. Die Londoner verhandeln aktiv über Cody Gakpo von Liverpool, und gerade der Niederländer wird als prioritäre Verstärkung betrachtet. Laut Insiderinformationen werden sich die Spurs im Falle einer Blockade des Gakpo-Transfers durch die Merseysider auf die Leihe des Ukrainers konzentrieren. Mychrys Zukunft hängt somit in hohem Maße vom Ausgang eines fremden Transfers ab.

Widersprüchliche Angaben

Bei der Faktenprüfung zeigen sich kleine Unstimmigkeiten, die ehrlich benannt werden sollten. Erstens wird Mychryk in den Quellen abwechselnd als „Flügelstürmer“ und als „Mittelfeldspieler“ bezeichnet, was die Flexibilität seiner offensiven Rollen widerspiegelt, aber eine terminologische Verwirrung erzeugt. Zweitens enthält die Chronologie der Sperre eine Diskrepanz: Zählt man die 20 Monate Pause ab dem positiven Test im Dezember 2024, ergibt sich ein Zeitraum bis August 2026, während die Aufhebung der Sperre selbst auf Ende Juli 2026 datiert ist. Die Differenz von etwa einem Monat lässt sich dadurch erklären, dass die Sanktion nicht ab dem Zeitpunkt des Tests, sondern ab dem Inkrafttreten der Entscheidung berechnet wurde; in den Primärquellen wird dieses Detail jedoch nicht aufgegriffen.

Statistik bei Chelsea und Perspektiven

Zur Erinnerung: Mychryk wechselte im Januar 2023 für eine für den Club rekordverdächtige Summe von Schachtar zu Chelsea. In der Mannschaft der Londoner absolvierte er 73 Spiele, in denen er 10 Tore erzielte und 11 Torvorlagen gab. Nun, nach einer langen Pause zurückgekehrt, muss der Ukrainer seinen Wert neu unter Beweis stellen – und eine Leihe zu Tottenham unter De Zerbi könnte genau der Sprungbrett sein, der es ihm ermöglicht, seine frühere Form wiederzufinden und seine Position im System der „Blauen“ zu festigen.