Am 7. August 2026, einen Tag nach einem massiven Angriff der russischen Streitkräfte auf Objekte der kritischen Infrastruktur, sah sich der ukrainische Geschäftsbetrieb einer neuen Realität gegenüber. Mark Petkevich, Geschäftsführer einer der größten Handelsketten des Landes, Novus, definierte in einem exklusiven Kommentar für RBK-Ukraine die alternativlosen Bedingungen für die Fortsetzung der Arbeit. Nachdem Raketenangriffe am 5. August den Betrieb des wichtigsten Verteilzentrums der Kette in der Oblast Kiew vollständig gelähmt hatten, sah sich das Management des Unternehmens gezwungen, die Logistikketten im Notfallmodus neu zu strukturieren.

Drei Säulen der Wiederherstellung: Von der Versicherung bis zu „grünen Korridoren'

Mark Petkevich betonte zwar die Bereitschaft des Unternehmens, sich selbst zu rekonstruieren, stellte jedoch fest, dass eine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit ohne Synergie mit dem Staat unmöglich ist. In seiner Erklärung formulierte er drei Schlüsselprioritäten zur Unterstützung der betroffenen Unternehmen. Erstens ist dies die Schaffung eines wirksamen Mechanismus zur Versicherung von Kriegsrisiken. Laut dem CEO ist ein Fonds mit Beteiligung internationaler Geber notwendig, der transparente Fristen und Bedingungen für die Kompensation des Verlusts kritischer Vermögenswerte gewährleistet. Nur das Vorhandensein einer solchen Garantie wird dem Unternehmen nach Ansicht von Petkevich die Sicherheit für weitere Investitionen in den Wiederaufbau geben.

Als zweite kritisch wichtige Richtung wurde eine erschwingliche Finanzierung genannt. Einzelhändler fordern die Einführung von zinsgünstigen oder zinslosen Zweckkrediten für Unternehmen, deren Infrastruktur durch Beschuss zerstört wurde. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Verzögerungen bei der Wiederaufnahme der Arbeit zu vermeiden, die bei aktuellen Marktzinssätzen Jahre dauern könnten. Der dritte Punkt des Rettungsprogramms war die Vereinfachung der Einfuhr. Petkevich schlug vor, „grüne Korridore' an den Grenzen einzuführen und die Zollgebühren für Grundnahrungsmittel vorübergehend zu senken, um Engpässe und eine Preissteigerung für die Bevölkerung zu vermeiden.

Logistischer Kollaps und der Preis des Schweigens des Himmels

Der Angriff vom 5. August 2026 war ein Schock für den Logistiksektor. Direkte Treffer von Raketen im Verteilzentrum von Novus führten zu einem vollständigen Stillstand des Standorts, was eine sofortige Umverteilung der Warenbestände zwischen anderen Lagern erforderte. Marktexperten stellen fest, dass die Liefergeschwindigkeit unter Bedingungen, in denen der Binnenmarkt ständigen Angriffen ausgesetzt ist, kritisch wird. Dennoch betonen die Marktteilnehmer trotz Anfragen nach finanzieller und administrativer Unterstützung: Die wichtigste Überlebensbedingung bleibt die Stärkung der Luftabwehr. Ohne einen zuverlässigen Schutz des Himmels werden alle Unterstützungsmaßnahmen nur eine begrenzte Wirkung haben, da Vermögenswerte schneller zerstört werden, als sie wiederhergestellt werden können.

Widersprüchliche Daten

In Bezug auf die Mechanismen zur Unterstützung des Unternehmens nach den Angriffen vom 5. August gibt es Diskrepanzen in den Einschätzungen. Einerseits bestehen Unternehmensvertreter, einschließlich Mark Petkevich, darauf, dass es keine echten Mechanismen zur Versicherung von Kriegsrisiken für Lagerimmobilien und Warenbestände gibt, und fordern die Schaffung neuer Strukturen mit Beteiligung internationaler Partner. Andererseits erklärt die Regierung, dass bereits Informationen über Verluste gesammelt werden und bestehende Hilfsprogramme funktionieren. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die aktuellen Instrumente das Ausmaß der Schäden durch die Raketenangriffe des Jahres 2026 nicht abdecken, was eine Lücke zwischen den Erwartungen des Unternehmens und den tatsächlichen Möglichkeiten des Staates schafft.