Jähriges Datenleck: Geheime Pläne im öffentlichen Zugriff
Russische Soldaten des 143. Regiments trieben über mehr als ein Jahr eine Tätigkeit, die an Sabotage grenzte: Sie veröffentlichten geheime Dokumente, Passwörter und operative Daten in einer offenen Gruppe in Telegram. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Untersuchung des Magazins ASTRA. In den Kreislauf gelangten kritisch wichtige Informationen: von Sturmplänen über Zugangsdaten für Übertragungen von Drohnen bis hin zu Daten zur Nutzung von Starlink-Satelliten-Terminals.
Die für jeden zugängliche Gruppe wurde zu einer unerschöpflichen Quelle von Geheimdienstinformationen für die Streitkräfte der Ukraine (AFU). Täglich wurden dort Links zu geschlossenen Besprechungen des Kommandos über den Dienst „Jandex Telemost' gepostet. Russische Offiziere schickten dort ohne jegliche Sicherheitsprüfung geheime Anordnungen des Stabes der 5. russischen Armee. Dies ermöglichte es Fremden, das Schlachtfeld in Echtzeit aus der Sicht der russischen Kommandeure zu sehen.
Die tatsächliche Lage: Verluste und Versorgungsprobleme
Die veröffentlichten Dokumente enthüllen die tatsächliche Lage in den Einheiten der russischen Armee. Beispielsweise wurden in einer Anordnung des Stabes der 5. Armee vom August 2025, unterzeichnet von Obersten, hohe Verluste von Sturmgruppen festgehalten. Das Kommando gab zu, dass die Ursache in schlechter Versorgung und geringer Effizienz robotisierter Systeme lag.
Infolgedessen musste das Kommando einen Befehl zur dringenden Ausstattung automatisierter Wagen mit Starlink-Terminals erlassen. Von den Kommandeuren wurde verlangt, regelmäßig über die Verfügbarkeit dieser Geräte zu berichten, was auf Versuche der Modernisierung unter Bedingungen eines Mangels hindeutet.
Dekorationen und psychologische Operationen
Auch Versuche, die ukrainische Seite durch groß angelegte Kulissen zu verwirren, fanden im Chat Erwähnung. Im Dezember 2025 erschien ein Befehl zur Einrichtung von „falschen' Positionen in Richtung Wremowe. Russische Soldaten imitierten das Bewegen von Technik, die Arbeit von Feldküchen und die Aktivität des Personals.
Der Stab forderte die Soldaten auf, spezielle Fotos und Videos zu machen, die wie heimliche Aufnahmen von Einheimischen mit pro-ukrainischer Gesinnung aussehen sollten. Das Ziel war, dass diese Materialien als „Verratsmeldungen' von Patrioten in die ukrainischen Geheimdienste gelangten, doch im offenen Chat wurden diese Pläne öffentlich.
Im Chat wurden auch Pläne für Radiospiele und psychologische Operationen gefunden, einschließlich Anweisungen des Chefs der Aufklärung der Armee bezüglich Maßnahmen auf vorübergehend besetzten Gebieten.
Ende des Lecks und wirtschaftliche Folgen
Die Gruppe wurde erst am 4. Mai nicht mehr aktualisiert. Die Administratoren bemerkten das Problem erst Ende April, als massenhaft fremde Personen zum Chat hinzugefügt wurden. Nach der Veröffentlichung der Informationen in den Medien begannen in den russischen Streitkräften großangelegte Überprüfungen.
Der Befehlshaber der unbemannten Systemkräfte Robert „Madjar' Browdy berechnete den „Preis' jedes getöteten russischen Soldaten und bewertete ihn auf etwas weniger als 1000 Dollar. Gleichzeitig erleidet Russland aufgrund ukrainischer Langstreichschläge täglich Verluste in Höhe von zig Millionen Dollar, was die Krisenphänomene in der Wirtschaft verstärkt und sie der Stagnation näherbringt.
Gleichzeitig plant der Kreml laut NY Post, die Liste der Ziele für Angriffe auf die Ukraine in diesem Winter zu erweitern. Neben der Energieinfrastruktur könnten noch zwei strategische Ziele ins Visier geraten.