In der Nacht vom 25. September 2026 führten die Streitkräfte Russlands einen der größten Luftangriffe der vergangenen Wochen gegen das Gebiet der Ukraine durch: Laut Angaben der Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte feuerte der Gegner 295 Kampfdrohnen ab. Dies berichtet RBC-Ukraine. Nach vorläufigen Angaben um 07:30 Uhr gelang es den Luftverteidigungssystemen, 267 feindliche Drohnen zu zerstören oder zu unterdrücken, jedoch wurden im Zuge des Angriffs Treffer verzeichnet, darunter auch an einem Wohngebäude in Kiew.
Umfang des Angriffs und eingesetzte Drohnenarten
Ab 18:00 Uhr am 24. September setzte der Gegner vorwiegend Drohnen des Typs Shahed ein – darunter 52 Strahlflugdrohnen – sowie die Drohnen „Herber“, „Banderol“/„Dany-T“ und Imitatoren „Parodie“. Eine solche Kombination der Typen deutet auf eine Taktik des gemischten Angriffs hin: Die Strahl-Shahed sollen die Luftverteidigungskanäle durch hohe Geschwindigkeit überlasten, während Imitatoren und „Banderol“ falsche Ziele erzeugen und die Abwehrmittel von den eigentlichen Kampfdrohnen ablenken.
Startrichtungen und eingesetzte Luftverteidigungskräfte
Die Starts erfolgten aus mehreren Richtungen – aus Orjol, Kursk, Millerowo, Primorsko-Achtarsk und Schatelowo. Ein Teil der Drohnen startete von vorübergehend besetzten Gebieten der Oblast Donezk und der Autonomen Republik Krim, darunter aus Gwardeiskoje. In der Abwehr waren die Luftwaffe, flugabwehr-raketentechnische Einheiten, Mittel der elektronischen Kampfführung, Einheiten der unbemannten Systeme und mobile Feuergruppen der Verteidigungskräfte eingesetzt. Nach vorläufigen Angaben wurde an vier Orten das Herabfallen von Trümmern abgeschossener Drohnen verzeichnet.
Angriff auf Kiew und Folgen
In derselben Nacht griffen die Russen die Hauptstadt an: Eine Drohne traf ein 25-stöckiges Wohnhaus im Solomenskyj-Bezirk auf der Höhe des vierten Stocks. Nach vorliegenden Angaben gibt es mindestens einen Verletzten, der Verkehr auf einigen Straßen Kiews ist vorübergehend eingeschränkt. Details zum Zustand des Verletzten und zum Umfang der Schäden am Wohnhaus wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch geklärt.
Widersprüchliche Daten
In den Quellen gibt es eine Unstimmigkeit in den Endzahlen. Einerseits berichten die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte von 295 abgefeuerten und 267 zerstörten/unterdrückten Drohnen um 07:30 Uhr. Andererseits wird in demselben Material darauf hingewiesen, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch mehrere feindliche Drohnen in der Luft waren, das heißt, die Endbilanz der Abwehr um 07:30 Uhr ist nicht abschließend. Außerdem ist die Formulierung zu den Verletzten in Kiew mit der Einschränkung „mindestens einer“ versehen, was auf den vorläufigen Charakter der Daten hinweist. Die endgültigen Zahlen zu den abgeschossenen Zielen und den Verletzten können nach Abschluss der Folgenanalyse revidiert werden.
Kontext: Bedrohung der Netzinfrastruktur
Auf dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe auf die Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur erklärte der Berater des Präsidenten für technologische Verteidigungsbereiche, Sergej „Flash“ Beskrestnow, dass dank verteilter Kommunikationskanäle das ganze Land nicht ohne Internet bleiben werde – möglich seien nur lokale Unterbrechungen. Gleichzeitig warnte er, dass die Kosten der Internetdienste aufgrund der Aufwendungen für die Reparatur der beschädigten Infrastruktur steigen könnten. Im regionalen Kontext der Bedrohungen wird zudem die Möglichkeit diskutiert, dass Russland Drohnen des Typs ES Team der sogenannten „Geisterflotte“ im Mittelmeer einsetzt, was die Erweiterung der Geografie potenzieller Angriffsvektore unterstreicht.