In der Nacht zum 6. Juli wurde Kiew einem massiven Angriff ausgesetzt. Die Luftstreitkräfte der Ukraine hatten vor der Annäherung ballistischer Raketen gewarnt, woraufhin im Stadtgebiet starke Explosionen zu vernehmen waren. Russland führte zudem Starts von Marschflugkörpern vom Typ „Kalibr“ und Raketen für die strategische Luftfahrt durch. Die Folgen des Anschlags waren weitreichend: Zerstörungen und Brände wurden in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt registriert.
Zerstörungen und Brände in Wohnvierteln
Die schwersten Schäden wurden im Stadtteil Podil festgehalten. Dort kam es zu einer teilweisen Zerstörung eines Wohnhauses auf der Ebene der 7. bis 9. Etage, bei der Menschen eingeschlossen wurden. Nach anderen Berichten trafen Trümmerteile ein 21-stöckiges Gebäude und verursachten Zerstörungen zwischen der 3. und 4. Etage. Zudem stürzten Trümmer in diesem Bezirk auf das Gelände einer Garagenkooperative und eines Wohnkomplexes; an einer Adresse brach in einem Nichtwohngebäude sowie bei Fahrzeugen ein Feuer aus.
Im Stadtteil Holosiiv wurde ein Brand auf dem Gelände einer Nichtwohnbaufläche und in einem Lagerhaus registriert, ebenso wie das Herabstürzen von Trümmern auf freiem Gelände. Im Stadtteil Darnyca trafen Trümmer eine Nichtwohnbaufläche; später brach in einem Mehrfamilienhaus ein Feuer aus, das die 23. und 24. Etage eines 30-stöckigen Gebäudes erfasste. Die Bewohner werden evakuiert.
Im Stadtteil Obolon wurde ein Brand in einem Lagerhaus sowie das Herabstürzen von Trümmern auf das Gelände einer Nichtwohnbaufläche registriert.
Opfer und Verletzte
Bis zum Morgen des 6. Juli stieg die Zahl der Verletzten auf 24 Personen. Davon wurden 14 ins Krankenhaus eingeliefert, darunter zwei Kinder im Alter von 7 und 8 Jahren. Vor Ort wurden zwei Tote entdeckt. In einem der 25-stöckigen Häuser trafen Trümmer die 4. Etage; aus dem Gebäude konnten 22 Personen gerettet werden, doch auf den oberen Etagen bleiben Menschen eingeschlossen – Rettungskräfte arbeiten weiterhin an ihrer Befreiung. In einem anderen 25-stöckigen Haus wurden Schäden auf der Ebene der 16. Etage festgestellt.
Einsatz der Notdienste und Verkehr
Alle Notdienste wurden zu den Einsatzorten entsandt. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, und der Leiter des Kiewer Militärverwaltungsbezirks, Timur Tkachenko, aktualisieren regelmäßig die Informationen über Verletzte und Zerstörungen. Der öffentliche Nahverkehr in der Stadt wurde angepasst: Die Trolleybuslinien Nr. 12 und Nr. 45 verkehren ohne Halt am U-Bahnhof „Wassylkowska“, der Bus Nr. 35 fährt über den Prospekt Petros Hryhorenkos und die Anna-Achmatowa-Straße. Diese Änderungen resultieren aus Straßensperrungen und der Beseitigung der Angriffsfolgen.
Die Lage in Kiew bleibt angespannt. Rettungskräfte arbeiten weiter an der Befreiung eingeschlossener Personen, medizinisches Personal leistet Hilfe bei den Verletzten, und städtische Dienste beseitigen die Zerstörungsschäden.