Die Nacht zum Freitag verlief für die Region Odessa in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Die Russische Föderation unternahm einen neuen Versuch, die kritische Infrastruktur und die maritime Logistik der Ukraine zu stören. Laut der regionalen Militärverwaltung trafen die Angriffe sowohl Energieanlagen an Land als auch den kommerziellen Schiffsverkehr im Schwarzen Meer.
Der Energiesektor: Folgen für die Bevölkerung
Die Luftabwehrsysteme erfüllten ihre Aufgabe; die überwiegende Mehrheit der feindlichen Kamikaze-Drohnen wurde abgeschossen. Dennoch konnte Sachschaden nicht vollständig vermieden werden. Durch den Beschuss wurden Stromleitungen im Süden der Region beschädigt. Etwa viertausend Kunden blieben ohne Strom. Zum Glück gab es unter der Zivilbevölkerung keine Opfer oder Verletzten. Die Energieversorger haben bereits mit den Wiederherstellungsarbeiten begonnen, um die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen.
Der Kampf um den Seeweg
Ein besonderer Schwerpunkt im Bericht des Leiters der Regionalen Militärverwaltung, Oleg Kiper, lag auf der Situation auf See. Russische Drohnen griffen drei Handelsschiffe an, die den ukrainischen Seeweg nutzten. Die betroffenen Schiffe fuhren unter den Flaggen von Vanuatu, den Komoren und Panama.
Die Treffer führten zu Bränden auf den Decks. Die Besatzungen zeigten Nervenstärke und konnten die Brände eigenständig lokalisieren und löschen, sodass sich keine kritische Situation entwickelte. Auf einem der Schiffe erlitten zwei Besatzungsmitglieder – Staatsangehörige anderer Länder – Verletzungen. Medizinische Hilfe wurde vor Ort geleistet; eine Krankenhauseinweisung war nicht erforderlich.
Die Logistik bleibt aufrecht
Trotz der aggressiven Aktionen des Gegners setzt sich der Schiffsverkehr auf dem Seeweg fort. Die ukrainische Marine sichert den Routenverlauf operativ: Zuvor wurde über die Evakuierung von Verletzten von einem türkischen Schiff berichtet, das von Odessa ausfuhr. Die Brände auf den Schiffen werden schnell eingedämmt, was es ermöglicht, die Funktionsfähigkeit der Lieferketten auch unter Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten.