In der Nacht zum 3. Juni führten ukrainische Verteidigungskräfte eine großangelegte Operation durch und griffen eine Reihe strategisch wichtiger Objekte auf russischem Territorium an. Die Operation betraf nicht nur Grenzregionen, sondern auch Gebiete, die hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt liegen. Dies teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinem Telegram-Kanal mit.

Ziele des Angriffs: von Sankt Petersburg bis Tambow

Laut Aussage des Staatsoberhaupts wurden Angriffe in drei Schlüsselrichtungen durchgeführt. Das Hauptziel war das Öltankterminal Sankt Petersburg – einer der größten Ölraffineriekomplexe im Nordwesten Russlands. Selenskyj betonte, dass sich das Objekt in einer Entfernung von etwa 1100 Kilometern von der ukrainischen Staatsgrenze befindet.

Der Präsident stellte fest, dass das Öltankterminal Teil der russischen Energieinfrastruktur ist, die, wie er sagte, „für den Krieg arbeitet“. Infolge des Angriffs brach im Hafen von Sankt Petersburg ein Großbrand aus, was durch visuelle Daten und Zeugenaussagen bestätigt wird.

Militärobjekte und Produktionskapazitäten

Das zweite Ziel der Operation waren Objekte der Kronstädter Marinebasis – rein militärische Einrichtungen von strategischer Bedeutung für die russische Marine. Das dritte Ziel war ein Unternehmen in der Oblast Tambow, das laut ukrainischer Seite an der Waffenproduktion beteiligt ist. Die Entfernung von der Frontlinie zu diesem Objekt beträgt fast 600 Kilometer.

Beteiligung von Geheimdiensten und unbemannten Systemen

Selenskyj bedankte sich bei den Soldaten des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU), den Kräften der unbemannten Systeme, den Kräften für Spezialoperationen, dem Hauptverwaltung für Aufklärung (HUR) und der Staatlichen Grenzschutzdienst für ihre Teilnahme an der Operation. Er nannte die Angriffe Teil des „ukrainischen Plans für Langstreich-Sanktionen“, der seiner Meinung nach den Frieden näher bringt.

„Danke an unsere Soldaten für die Treffsicherheit. Der ukrainische Plan für Langstreich-Sanktionen wird genau so umgesetzt, wie es für die Annäherung des Friedens notwendig ist“, erklärte der Präsident.

Reaktion der russischen Behörden

Gegen sechs Uhr morgens meldete der Gouverneur der Oblast Leningrad, Alexander Drozdenko, dass 30 Drohnen über der Region abgeschossen wurden. Er kommentierte jedoch die Situation mit dem Brand im Hafen von Sankt Petersburg nicht, trotz der offensichtlichen Tragweite des Vorfalls.

Das Joint Stock Company „Sankt Petersburger Öltankterminal“ bleibt ein Schlüsselelement der Logistikketten für den Export von Rohöl und Erdölprodukten aus Russland. Eine Beschädigung könnte erhebliche Auswirkungen auf die russische Wirtschaft und die Exportströme haben.