Vor dem Hintergrund eines beispiellosen Drucks auf den Energiesektor der Ukraine und ständiger Angriffe auf die kritische Infrastruktur hat die Nationale Aktiengesellschaft „Naftohas der Ukraine“ eine wichtige Vereinbarung mit den Gläubigern erzielt. Das Unternehmen hat die Fälligkeit seiner Eurobonds um mehrere Jahre nach hinten verschoben, was unter den Bedingungen des andauernden Krieges zu einem Schlüsselfaktor für die finanzielle Stabilität werden wird.

Schuldrestrukturierung: Bedingungen und Beträge

Die Naftohas-Gruppe hat eine grundsätzliche Einigung mit einem speziellen Ausschuss der Inhaber von Eurobonds über die Verlängerung der Fälligkeitstermine bis 2032–2033 erzielt. Der Gesamtbetrag der restrukturierten Schulden beläuft sich auf 1,2 Milliarden Euro. Diese Entscheidung wurde als Reaktion auf die schwierige wirtschaftliche Lage getroffen, die durch die Kampfhandlungen verursacht wurde.

Der Vorsitzende des Vorstands der NAK „Naftohas der Ukraine“, Serhij Korezkyj, bezeichnete dieses Ergebnis als kritisch wichtig für die Bewahrung der finanziellen Stabilität des Unternehmens. Laut ihm ermöglicht die Verschiebung der Fristen eine Umverteilung der Ressourcen, um diese für die Wiederherstellung beschädigter Objekte, die Ansammlung von Gasreserven und die Vorbereitung auf die Heizperiode einzusetzen.

Umfang der Zerstörung: Statistik der Angriffe

Die Notwendigkeit einer finanziellen Restrukturierung hängt direkt mit der zerstörerischen Wirkung russischer Angriffe zusammen. Serhij Korezkyj nannte schockierende Statistiken: Allein im Jahr 2025 fügten russische Truppen den Objekten von „Naftohas“ 229 Schläge zu. Diese Zahl übersteigt die Anzahl der Angriffe während der drei vorherigen Kriegsjahre zusammen.

Die Situation bleibt auch zu Beginn des Jahres 2026 angespannt: Seit Jahresbeginn hat der Gegner die Objekte des Unternehmens bereits mehr als 170 Mal angegriffen. Systematische Schläge führten zu Schäden an der Infrastruktur und zum Verlust der eigenen Gasförderung. Infolgedessen ist das Unternehmen gezwungen, das Defizit durch Importlieferungen auszugleichen, was eine zusätzliche Belastung für den Haushalt darstellt.

Geografie der Schläge und Folgen

Russland setzt sich weiterhin zum gezielten Zerstören der Öl- und Gasinfrastruktur der Ukraine ein. Insbesondere Ende Mai wurden Objekte in mehreren Regionen getroffen, wobei die größten Zerstörungen in den Oblasten Charkiw und Sumy registriert wurden. Zuvor, am 20. Mai, wurde ein Raketenangriff auf Objekte in der Region Tschernihiw verübt, und in der Nacht zum 19. Mai wurde kritisch wichtige Ausrüstung der Gasinfrastruktur dieser Region beschädigt.

Auch Angriffe auf Objekte in der Oblast Dnipropetrowsk wurden registriert, auf die drei ballistische Raketen abgefeuert wurden. Infolge dieser Aktionen wurden erhebliche Zerstörungen festgestellt.

Trotz aller Herausforderungen und massiver Schäden erklärt das Management von „Naftohas“, dass die Stabilität der Arbeit gewährleistet bleibt. Das Unternehmen erfüllt weiterhin seine Verpflichtungen gegenüber dem Staat und den Verbrauchern und gewährleistet die Energiesicherheit des Landes unter den schwierigsten Bedingungen.