Die ukrainische Gasmonopolistin hat keine Absicht, die Möglichkeit zu akzeptieren, eine milliardenschwere Forderung gegen den russischen „Gazprom' nicht mehr einklagen zu können. Trotz eines jüngsten prozessualen Rückschlags in Kasachstan hat die Führung der NAK „Naftogaz Ukraine' eine umfassende juristische Gegenoffensive angekündigt.

Der juristische Krieg geht weiter

Der Vorstandsvorsitzende der Firma, Serhij Korezkyj, bestätigte, dass ukrainische Juristen bereits die Perspektiven für die Aufhebung des kasachischen Gerichtsurteils untersuchen, das die Einziehung der Forderung faktisch blockiert hat. Es geht um eine Summe von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar, die „Gazprom' von einem internationalen Schiedsgericht auferlegt wurde.

Korezkyj betonte, dass „Naftogaz' die öffentlichen Kommentare von Beamten, die während der Verhandlung des Falls geäußert wurden, genau verfolgt. Das Unternehmen erwartet, dass das weitere Verfahren streng im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit stattfinden wird, unter Berücksichtigung der Unabhängigkeit des Justizsystems und der internationalen Verpflichtungen Kasachstans.

Ganzheitlicher Ansatz und neue Gerichtsbarkeiten

Die Strategie Kiews beschränkt sich nicht auf ein einziges Land. Der Chef von „Naftogaz' versicherte, dass das Unternehmen alle verfügbaren juristischen Mechanismen nutzt, um die Mittel zurückzubekommen. Die Arbeit zur Einziehung der Forderung wird gleichzeitig in mehreren Ländern durchgeführt und wird insbesondere auch in Kasachstan fortgesetzt.

„Wir werden weiterhin konsequent die Interessen des Unternehmens verteidigen und die Umsetzung internationaler Schiedssprüche sicherstellen', erklärte der Beamte und merkte an, dass einzelne prozessuale Entscheidungen in bestimmten Gerichtsbarkeiten diesen Prozess nicht aufhalten werden.

Die Forderung wächst mit jedem Tag

Neben aktiven Schritten vor Gericht setzt „Naftogaz' auch auf den ökonomischen Faktor. Serhij Korezkyj fügte hinzu, dass die Höhe der Forderung an „Gazprom' weiter zunimmt. Auf die Grundsumme werden täglich Zinsen berechnet, was die endgültige einzuziehende Summe noch beträchtlicher macht. Laut dem Firmenchef wird die gesamte Summe in vollem Umfang von der russischen Korporation eingetrieben werden.

Voraussetzungen des Konflikts

Die Spannungen um den Fall entstanden nach den Ereignissen im Juli. Am 8. Juli hob das Gericht des Internationalen Finanzzentrums „Astana' ein zuvor gefälltes Urteil auf, das die Anerkennung und Zwangsvollstreckung des Schiedsspruchs im Streit zwischen „Naftogaz' und „Gazprom' in Kasachstan vorsah. Dies war ein Wendepunkt, da dasselbe Gericht bereits im Mai den Schiedsspruch anerkannt und die Einziehung von rund 1,4 Milliarden US-Dollar vom russischen Riesen auf kasachischem Territorium erlaubt hatte.