NASA wechselt zu einer vereinfachten Architektur der Raumanzüge für die ersten Landungen von Astronauten auf dem Mond im Rahmen des Artemis-Programms. Auf Anweisung des Programmdirektors Jeremy Parsons entwickelt die Agentur gemeinsam mit dem Unternehmen Axiom Space eine leichtere Variante mit dem Namen Sortie Suit. Das Hauptziel der Reform besteht darin, den Zeitplan der Missionen zu beschleunigen und die Menschen bereits bis 2028 auf die Oberfläche des Erdmondes zurückzubringen, ohne auf den perfekten, aber übermäßig komplexen Raumanzug zu warten.

Warum NASA seinen Ansatz überarbeitet

Die Überarbeitung des Programms wurde vom neuen NASA-Administrator Jared Isaacman initiiert, der im Dezember 2025 ernannt wurde. Auf seine Anweisung hin wurde Artemis überprüft, das erheblich hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurücklag. Die Verzögerungen schufen ein reales Risiko, dass China die Mondoberfläche früher als die USA erreicht. In diesem Zusammenhang wurde die Produktion der Rakete SLS bereits mit Zustimmung des Kongresses optimiert, und das Projekt der Orbitstation Lunar Gateway wurde gestrichen – alles, um die Fristen zu verkürzen und die Kosten zu senken.

Von AxEMU zum Sortie Suit: Was sich geändert hat

Die ursprünglichen Anforderungen der NASA an den Raumanzug erwiesen sich nach Einschätzung der Experten als „zu streng“. Die Agentur verlangte, dass der Anzug sechs Weltraumausgänge innerhalb von 6,5 Tagen aushält, nach 210 Tagen Lagerung im zusammengeklappten Zustand funktionsfähig bleibt und zwei Stunden Arbeit in der extrem kalten Mondschattenzone ermöglicht. Infolgedessen wurde der Raumanzug AxEMU zu schwer, zu steif, zu teuer und zu aufwendig in der Herstellung, was die Beweglichkeit der Astronauten einschränkte. Das neue Konzept des Sortie Suit sieht die Entwicklung eines „gut genug“ Raumanzugs für die ersten Missionen vor, mit einer schrittweisen Komplexitätssteigerung der Konstruktion in Zukunft.

Widersprüchliche Daten

Die offizielle Position der Agentur klingt optimistisch: Die Vereinfachung der Raumanzüge soll die Landung bis 2028 ermöglichen. Branchenspublikationen deuten jedoch auf ein anderes Bild hin. So wurde im April 2026 berichtet, dass NASA die Fristen für Artemis III verfehlen könnte, da die neuen Raumanzüge möglicherweise nicht rechtzeitig für die Mondmission fertig werden. Das erklärte Ziel von 2028 bleibt somit ein Richtwert, dessen Erreichung jedoch vom Arbeitstempo von Axiom Space abhängt, das beim Beratungsgremium für die Luft- und Raumfahrtssicherheit Sorgen bereitet.

Einziger Lieferant und Produktionsrisiken

Das Unternehmen Axiom Space blieb nach dem Ausstieg von Collins Aerospace aus dem Projekt im Jahr 2024 der einzige Lieferant von Raumanzügen. Die Konzentration der Lieferungen in einer Hand verstärkt die Abhängigkeit der Fristen von der Leistung eines einzelnen Auftragnehmers. Genau deshalb wird die Vereinfachung der Konstruktion als Mittel betrachtet, um die Produktionsrisiken zu senken und die Vorbereitung auf die ersten Mondausgänge zu beschleunigen.