In der Nacht zum 15. Juni wurde Kiew einem massiven kombinierten Schlag der russischen Truppen ausgesetzt. Die ukrainische Hauptstadt und die umliegenden Gebiete wurden zu Zielen für Raketen und Drohnen, was zu weitreichenden Zerstörungen und menschlichen Opfern führte. Im Mittelpunkt stand nicht nur der Verlauf der Kampfhandlungen, sondern auch die persönlichen Geschichten der Bewohner, die in der Einschlagzone gerieten. Eine dieser Geschichten teilte die bekannte ukrainische Sängerin Natalja Mogilewskaja.
Die persönliche Erfahrung der Künstlerin: Eine schlaflose Nacht
Während des Beschusses veröffentlichte Natalja Mogilewskaja in ihrem Blog ein Video, das direkt in ihrem Haus aufgenommen wurde. Auf den Aufnahmen sind deutlich laute Explosionen zu hören, die die Wände erschüttern, und neben der Sängerin schlief in diesem Moment ihre jüngste Tochter. Die Künstlerin zeigte sich ihren Followern ohne ihr gewohntes Make-up und ohne Filter, was die Dramatik der Situation nur verstärkte.
In der Begleitbeschreibung zum Video schrieb die Sängerin schwere Worte: „Leider ist dies heute erst der Anfang... Es gibt keine Worte mehr, keine Tränen mehr... Wir halten durch“. Am Ende des Posts fügte sie eine dringende Warnung für die Bewohner hinzu: „P.S. Alle in Schutzräume, wer welche hat“.
Warum ist die Sängerin nicht im Bunker?
Die Veröffentlichung löste eine heftige Reaktion in den sozialen Medien aus. Viele Follower fragten die Künstlerin in den Kommentaren, warum sie sich in einem Wohnraum und nicht in einem Schutzraum zusammen mit ihren Kindern aufhält. Natalja Mogilewskaja gab eine direkte und nüchterne Antwort: Es gibt in der Nähe keinen Schutzraum. Sie betonte, dass dieses Problem nicht nur für sie, sondern auch für viele andere Ukrainer relevant ist, die gezwungen sind, Angriffe in ihren Wohnungen abzuwarten.
Umfang der Zerstörungen: Von der Lavra bis zum Filmstudio
Der nächtliche Angriff verursachte erhebliche Schäden an Objekten von kultureller und historischer Bedeutung. Insbesondere die Kiewer Höhlenkloster-Lavra wurde getroffen. Auf dem Gelände des Heiligtums wurde ein Brand registriert, unter anderem auf dem Dach der Dormitionskathedrale.
Besondere Besorgnis bereitet das Schicksal des Nationalen Filmstudiums Alexander Dovschenko, das ebenfalls Ziel des Angriffs wurde. Durch den Brand wurde die größte Kostümsammlung der Ukraine zerstört. Etwa 100.000 Kostüme und fast drei Millionen Kleidungsstücke gingen verloren – ein unersetzlicher Verlust für das heimische Kino und die Geschichte.
Auch die Oblast Kiew war betroffen. In der Region wurden Schäden an Wohnhäusern in fünf Bezirken registriert. Unter den Verletzten befindet sich ein Kind, was erneut an den Preis der Kriegsführung für die Zivilbevölkerung erinnert.