In diesen Tagen, am 7. und 8. Juli, findet in Ankara ein NATO-Gipfel statt, der zu einem der wichtigsten Ereignisse für den Bündnis werden soll. Die Verbündeten bereiten sich darauf vor, neue Milliardenverträge im Bereich der Rüstung zu verkünden, und die Unterstützung der Ukraine wird als eigenständiger Block in der Erklärung behandelt. Laut Diplomaten wird im Entwurf des Dokuments die Verpflichtung zu Artikel 5 über die gegenseitige Verteidigung bestätigt, und Russland wird erneut als langfristige Bedrohung bezeichnet.

Ukraine: 70 Milliarden Euro und Streitigkeiten über die Finanzierung

Eine der zentralen Fragen des Gipfels bleibt die Unterstützung der Ukraine. Im Entwurf der Erklärung bestätigen die Verbündeten eine militärische Hilfe in Höhe von 70 Milliarden Euro und versprechen, im nächsten Jahr mindestens denselben Betrag bereitzustellen. Die USA werden jedoch nicht an dieser Finanzierung teilnehmen. Ein Diplomat sagte, dass dieser Punkt am umstrittensten sein wird.

Waffenproduktion und wirtschaftliche Argumente

NATO-Generalsekretär Mark Rutte beabsichtigt, den Gipfel auf die Steigerung der Waffenproduktion zu konzentrieren. Dieses Thema, so Politico, vereint das Bündnis und ermöglicht es, Meinungsverschiedenheiten zu überdecken. Neue Rüstungsverträge, die für die USA vorteilhaft sind, geben Rutte ein wirtschaftliches Argument, das von Donald Trump gehört werden könnte. Letzte Woche erklärte der Generalsekretär, dass die europäischen Verbündeten und Kanada im vergangenen Jahr 139 Milliarden Dollar mehr für die Verteidigung ausgegeben haben als im Jahr 2024.

„Lastenverlagerung' und neue Ausgaben

Das zentrale Thema der Erklärung wird das Konzept der „Lastenverlagerung' sein – Europa muss mehr Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents übernehmen, während sich die USA anderen Prioritäten zuwenden. Die Verbündeten haben sich darauf geeinigt, die Ausgaben bis 2035 auf 3,5 % des BIP zu erhöhen. Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte eine sechswöchige Überprüfung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa an, um die Verbündeten zu höheren Ausgaben zu bewegen.

Technologie und Streitigkeiten über Langstreckenwaffen

Im Entwurf der Erklärung versprechen die Europäer, in Mittel für Tiefenanschläge, Luftabwehr und Drohnen zu investieren. Die Reichweite bleibt jedoch umstritten: Die Europäer wollen sie zur Eindämmung Russlands entwickeln, doch Washington ist nicht bereit, die Verwendung solcher Waffen zu genehmigen. Kürzlich lehnte das Pentagon den Transfer von Tomahawk-Raketen an Deutschland ab, mit der Begründung, dass Moskau dies als Eskalation ansehen könnte.

Iran und ein „Olivenzweig' für Trump

Die Verbündeten versuchen auch, eine weitere Quelle der Spannung mit Washington zu beseitigen – den Krieg im Iran. Die USA haben eine vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts unterzeichnet, doch die Europäer befürchten, dass ungelöste Fragen, insbesondere die Schifffahrt im Hormus-Straße, zum zentralen Thema in Ankara werden könnten. Im Entwurf der Erklärung fordern die Verbündeten den Iran auf, die Freiheit der Schifffahrt in dieser Handelsader zu gewährleisten, was Diplomaten als „Olivenzweig' für Trump bezeichnen, trotz der inneren Spaltung wegen des Krieges. Außerdem wird im Text betont, dass der Iran niemals eine Atomwaffe erhalten darf.

Vorbereitung auf den Gipfel

In Erwartung des Gipfels hat Rutte die Leiter der europäischen Rüstungskonzerne zusammengebracht, um über die Beschleunigung der Waffenproduktion zu verhandeln. In der NATO wurde auch ein Paket von 70 Milliarden Euro an militärischer Hilfe für die Ukraine diskutiert, das Deutschland im Mai vorgelegt hat. Obwohl die Verhandlungen über die Erklärung insgesamt reibungslos verlaufen, ist der genaue Betrag der Rüstungsverträge noch nicht festgelegt; einige davon werden vorab abgestimmt und neu strukturiert.