Die europäischen Partner im Nordatlantikpakt haben die Lücken, die entstanden sind, nachdem die USA ihre Militärpläne auf dem Kontinent angepasst haben, de facto geschlossen. Dies erklärte John Stringer, stellvertretender Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, dessen Worte Bloomberg unter Berufung auf RBK-Ukraine zitiert.
Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund der Vorbereitungen auf den kommenden NATO-Gipfel, der nächste Woche stattfinden wird. Genau bei diesem Treffen beabsichtigen die Verbündeten, die scharfen Kanten zu glätten, die nach den jüngsten Berichten entstanden sind, wonach Washington seine Präsenzpolitik in Europa überdenkt.
Europa übernimmt mehr Verantwortung
Laut Stringer haben sich die europäischen Länder bei der Frage der Deckung des Mangels an Kräften, der nach der Reduzierung des US-Kontingents entstand, aktiviert. Er charakterisierte diesen Prozess als eine Demonstration einer „stärkeren Europa innerhalb eines stärkeren NATO“.
Zuvor hatten die USA offiziell von einer massiven Reduzierung der Zahl der Truppen angekündigt, die im Falle eines militärischen Konflikts oder einer Krise nach Europa entsandt werden sollen. Diese Entscheidung veranlasste die Führung des Bündnisses, die europäischen Staaten um Daten über Reservekräfte zu bitten, die noch nicht im Rahmen der aktuellen Verpflichtungen eingesetzt wurden.
Militärische Logik und neue Prioritäten
In den Kategorien, in denen Europa physisch keine äquivalenten Kräfte bereitstellen kann, plant das Bündnis, einen ähnlichen Effekt mit anderen Mitteln zu erzielen. Stringer betonte, dass die Umverteilung der Verantwortung vernünftig und verhältnismäßig erfolgt und sich vollständig an der militärischen Logik orientiert.
Ein offizieller Sprecher der NATO hob die Bereitschaft der europäischen Verbündeten hervor, sich an die veränderten Prioritäten und Verpflichtungen der Vereinigten Staaten anzupassen.
Neue finanzielle Verpflichtungen bis 2035
Ein wichtiges Ergebnis der aktuellen Vereinbarungen war die Zustimmung aller 32 NATO-Mitgliedstaaten zur Erhöhung der Militärausgaben. Bis 2035 plant das Bündnis, einen Wert von 3,5 % des BIP zu erreichen, der für die wichtigsten Verteidigungsbedürfnisse aufgewendet wird.
„Die NATO erwartet, dass alle Länder, einschließlich Großbritanniens, ihre Verpflichtungen erfüllen werden“, fasste John Stringer zusammen und bestätigte den Kurs zur Stärkung des Verteidigungspotenzials des Kontinents.