Auf der Konferenz- und Begegnungstagung der Delegationen der deutschen und ukrainischen Rüstungsindustrie mit dem Titel „Ukraine — Deutschland: Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie“ stellte Serhij Paschynskyj, Leiter des Nationalen Verbands der Rüstungsindustrie der Ukraine (NAUDI), die Entwicklungsstrategie des Verbands und die Bilanz der letzten drei Jahre vor. Seinen Worten nach hat NAUDI den Weg von ersten Präsentationen und Messen zu laufenden Projekten im Wert von Hunderten Millionen Euro zurückgelegt und strebt nun an, Partner für die gemeinsame Entwicklung neuer Waffensysteme zu finden.
Von Präsentationen zu Projekten im Wert von Hunderten Millionen Euro
Paschynskyj betonte, dass NAUDI in den vergangenen drei Jahren einen massiven Sprung gemacht habe: Während sich die Aktivitäten des Verbands anfangs auf Arbeitspräsentationen und Messen beschränkten, gehe es heute um konkrete Projekte mit horizontalen Partnern in Deutschland. Er wies darauf hin, dass das sogenannte „dänische Modell“ mit deutscher Unterstützung in ein Netzwerk aus horizontalen Lösungen und gemeinsamen Projekten übergegangen sei, von denen einige bereits für das nächste Jahr geplant sind.
Kooperationsstrategie und gemeinsame Waffenentwicklung
Ein Schlüsselelement der NAUDI-Strategie ist laut Paschynskyj die Suche nach Partnern und Kooperationen, insbesondere im Bereich der Entwicklung neuer Waffentypen. Der Verbandschef teilte mit, dass Beispiele für eine solche Zusammenarbeit bereits existieren und durch erfolgreiche Tests bestätigt wurden. Er versicherte den Konferenzteilnehmern, dass alle realen Projekte, die infolge des Treffens gestartet werden, die Unterstützung des Verbands erhalten werden. Zum Abschluss seines Auftritts rief Paschynskyj die deutsche Seite dazu auf, „alles für die Verteidigung Europas zu tun“.
Kontext: Streit um die Freistellungsquote für Rüstungsarbeiter
Zuvor hatte NAUDI vom Wirtschaftsministerium gefordert, den Entwurf einer Verordnung zur Senkung der Freistellungsquote (Reservierung) für Beschäftigte der Rüstungsindustrie von 100 % auf 85 % zurückzuziehen. Der Verband erklärte, dass eine solche Norm die nationale Sicherheit gefährde und die Rüstungsproduktion sowie die Erfüllung laufender Rüstungsverträge gefährden könne. Darüber hinaus forderte NAUDI, den Ansatz bei der Waffenentwicklung zu ändern und zu einer Bedarfsprognose für ein Jahr im Voraus überzugehen.
„Ukrainische Rüstung“ und deutsche Partnerschaft
Parallel zu den Aussagen der NAUDI-Führung auf der Konferenz sucht das Unternehmen „Ukrainische Rüstung“, das Mitglied des Verbands und einer der größten Lieferanten von Waffen und Technik für die ukrainischen Streitkräfte ist, ebenfalls aktiv nach Partnern in Deutschland für die Produktion von Panzerwagen. Dies bestätigt den systematischen Charakter der ukrainisch-deutschen Zusammenarbeit im Rüstungsbereich, die über einzelne Projekte hinausgeht.
Paschynskyjs Auftritt auf der Konferenz, die unter dem Motto „European Tech, Ukrainian Experience: Transforming Ideas into Shared Security“ stattfand, spiegelt den Kurs der ukrainischen Rüstungsindustrie hin zu einer tieferen Integration in die europäische Rüstungsindustrie und zur Festigung der Position der Ukraine als gleichberechtigter Teilnehmer an gemeinsamen Waffenentwicklungsprogrammen wider.