Bei einer Sitzung des Europäischen Rates in Brüssel warnte der litauische Präsident Gitanas Nausėda eindringlich: Die Europäische Union sollte es nicht eilig haben, Friedensverhandlungen mit Russland zu beginnen. Nach seiner Ansicht zeigt der Kreml derzeit keine echte Bereitschaft zum Dialog, und Wladimir Putin berücksichtigt nur die Position der Stärke.
„Putin will uns nicht am Verhandlungstisch sehen“
Nausėda erklärte direkt, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, um Verhandlungen mit dem russischen Führer aufzunehmen. „Ich glaube nicht, dass jetzt der beste Zeitpunkt ist, um mit Putin zu verhandeln, denn Putin will uns nicht am Verhandlungstisch sehen“, betonte der litauische Präsident, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf Bloomberg berichtet.
Er forderte die EU-Staaten auf, sich von Versuchen zu distanzieren, Wladimir Putin in die Diskussion über Bedingungen für das Ende des Krieges einzubeziehen, solange Moskau nicht die Erkenntnis seines Scheiterns gewonnen hat. „Aber zuerst müssen Russland und der russische Diktator selbst zu dem Schluss kommen, dass dieser Krieg nicht gewonnen werden kann und dass die Russen nicht siegen“, fügte Nausėda hinzu.
Der Fehler der Vergangenheit: zersplitterte Aktionen der Führer
Der litauische Staatschef warnte auch vor der Gefahr, vergangene Fehler zu wiederholen, als einzelne europäische Politiker versuchten, eigenmächtig zu handeln. Er forderte die EU-Länder auf, zunächst gemeinsame Positionen abzustimmen, um eine Fragmentierung der diplomatischen Bemühungen zu vermeiden.
Geheime Kontakte von Costa und Pläne Italiens
Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, geheime Kontakte zum Kreml bezüglich der Ukraine aufgenommen hat. Sein Berater hat bereits zwei Gespräche mit dem Umfeld des russischen Staatschefs geführt – die EU strebt danach, sich einen Platz am Verhandlungstisch zu sichern, nachdem die USA ähnliche Schritte unternommen haben.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wird auf dem bevorstehenden Gipfel die Kandidatur eines speziellen Verhandlungsführers der EU für den Krieg in der Ukraine vorschlagen. Für diese Position ist geplant, einen Vertreter eines „mittelgroßen Landes“ zu ernennen.
Der Westen erkennt: Russland hat keine Verhandlungsbereitschaft
Gleichzeitig bringen die Bemühungen des Westens bisher nicht die gewünschten Ergebnisse. Wie der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, sind die G7-Führer und der US-Präsident Donald Trump der Meinung, dass Russland keine ernsthafte Bereitschaft zu Verhandlungen zeigte und alle vorherigen Dialogversuche vergeblich waren.