Nazar Tschepurnyj hat seinen Namen in die Geschichte der ukrainischen Turnkunst eingeschrieben, indem er bei der Europameisterschaft 2026 am Sprungrechen siegte. Die Wettkämpfe fanden in Zagreb statt, und der Ukrainer war der einzige Vertreter des Nationalteams, der es in die individuellen Finals des Turniers schaffte. In seinem entscheidenden Auftritt am Gerät trat Tschepurnyj als letzter von acht Teilnehmern an und erzielte nach zwei Sprüngen insgesamt 14,566 Punkte. Diese Bewertung ermöglichte es ihm, alle Gegner zu übertrumpfen und die oberste Stufe des Podests zu betreten. Die Silbermedaille in dieser Disziplin gewann der russische Turner Alexei Usatschow.

Der Weg zum ersten individuellen „Gold“ Europas

Für den 27-jährigen Tschepurnyj war dieser Sieg seine erste individuelle Goldmedaille bei einer Europameisterschaft in seiner Karriere. In der Qualifikation belegte er mit 14,466 Punkten den zweiten Platz und unterlag nur dem armenischen Turner Artur Dawtjan. Im Finale gelang es dem Ukrainer jedoch, ganze 0,1 Punkte zuzulegen und am Gerät souverän zu dominieren. Zuvor zählten zu seinem Medaillensatz Bronzemedaillen bei den Europameisterschaften 2024 und 2025, Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften 2023 und 2025 sowie das Team-Gold bei der Europameisterschaft 2024. Damit überwand Tschepurnyj schließlich die psychologische Hürde und erreichte sein wichtigstes individuelles Ziel auf Kontinentalniveau.

Finale am Barren: Konfrontation mit dem ehemaligen Teamkollegen

Tschepurnyjs Wettkampfprogramm bei der Europameisterschaft 2026 ist noch nicht abgeschlossen. Vor ihm liegt das Finale am Barren, wo ihn eine besonders emotionale Konfrontation erwartet. Unter den Hauptkonkurrenten im Kampf um die Medaillen wird Ilya Kowtun sein – der ehemalige Teamkollege in der ukrainischen Nationalmannschaft, der bei diesem Turnier unter der Flagge Kroatiens antritt. Diese Begegnung zweier Turner, die einst in derselben Mannschaft trainierten und antraten, verleiht dem Barren-Finale eine zusätzliche Dramatik und macht es zu einem der am meisten erwarteten Ereignisse des Turniers.

Kontext des Auftritts der Ukraine bei der EM 2026

Tschepurnyjs Auftritt in Zagreb war der größte Erfolg der ukrainischen Delegation bei der Europameisterschaft 2026. Die Tatsache, dass er der einzige Turner aus der Ukraine war, der in die individuellen Finals einzog, unterstreicht sowohl seine individuelle Überlegenheit als auch das anspruchsvolle Wettbewerbsfeld des Turniers. Dabei bestätigt sein Erfolg am Sprungrechen – einer Disziplin, die er als seine Spezialität betrachtet – seinen Status als einer der stärksten Turner des Kontinents. Vor ihm liegt der Barren, wo Tschepurnyj erneut um Medaillen kämpfen wird, und die Konfrontation mit Kowtun könnte zu einem der unvergesslichsten Momente der Europameisterschaft werden.