Der Devisenmarkt der Ukraine hat einen wichtigen Wandel registriert: Die Nationalbank des Landes hat den offiziellen Kurs des US-Dollars auf ein Niveau angehoben, das sich der psychologischen Grenze von 45 Griwna nähert. Gleichzeitig zeigte die europäische Währung eine entgegengesetzte Dynamik und fiel nach mehreren Tagen des Anstiegs deutlich ab.
Neue offizielle Kurse vom 19. Juni
Laut dem Regulierer wurde der offizielle Kurs des Dollars am Freitag, dem 19. Juni, auf 44,91 Griwna festgelegt. Dies entspricht einem Anstieg von 11 Kopeken gegenüber dem Vortag, an dem der Kurs bei 44,80 Griwna lag. Somit setzte die nationale Währung ihre langsame Schwächung gegenüber dem US-Dollar fort.
Im Gegensatz zum Dollar zeigte der Euro einen Rückgang. Der offizielle Kurs der europäischen Währung betrug 51,45 Griwna, was 48 Kopeken weniger ist als am 18. Juni (51,93 Griwna). Experten stellen fest, dass diese gegensätzlichen Bewegungen der Währungen ein unerwartetes Szenario für den Markt geschaffen haben.
Meinung der Experten: Prognose oder Warnsignal?
Der Direktor der Abteilung für Finanzmärkte und Investitionstätigkeit der Globus Bank, Taras Lesowoi, kommentierte die aktuelle Situation in einem Gespräch mit RBC-Ukraine. Nach seinen Worten bleiben die beobachteten Schwankungen im Rahmen der makroökonomischen Prognosen und deuten nicht auf kritische Veränderungen hin.
Lesowoi betonte, dass in der staatlichen Haushaltsplanung für 2026 bereits ein gewichteter Durchschnittskurs von 45,7 Griwna pro Dollar eingeplant ist. Folglich wird das aktuelle Niveau von rund 45 Griwna eher als psychologische Marke wahrgenommen und nicht als Anzeichen eines systemischen Krisen.
Risikofaktoren: Öl und Logistik
Trotz der ruhigen Einschätzung der aktuellen Situation warnte der Experte vor der Beibehaltung bestimmter Risiken für den Devisenmarkt. Der Schlüsselfaktor für die Instabilität bleiben die Weltmarktpreise für Kraftstoffe.
Der Anstieg der Öl- und Erdölproduktepreise beeinflusst direkt den Import, die Logistikkosten und die Selbstkosten der Produkte im Inland. Dies erhöht wiederum die Nachfrage der Unternehmen nach Fremdwährungen. Lesowoi stellte fest, dass es gerade die Ölhändler sind, die seit Jahresbeginn die erhöhte Nachfrage nach Währung aufrechterhalten, um sich vor möglichen plötzlichen Schwankungen der Weltenergiepreise absichern zu müssen.