Der Devisenmarkt der Ukraine zeigt erneut Dynamik. Die Nationale Bank hat die offiziellen Kurse der wichtigsten Währungen erheblich angepasst, was ein deutliches Signal für alle Marktteilnehmer war. Dollar und Euro verzeichneten einen deutlichen Anstieg und kehrten nach einigen Tagen der Stille zu lokalen Höchstständen zurück.

Plötzlicher Kurssprung

Am Mittwoch, dem 10. Juni, setzte der Regulierungsbehörde den Kurs des US-Dollars auf 44,84 Hrywnja fest. Dies ist eine erhebliche Änderung im Vergleich zum vorherigen Banktag: Die amerikanische Währung verteuerte sich sofort um 33 Kopeken. Auch der Euro blieb nicht außen vor – der Kurs der europäischen Währung stieg um 54 Kopeken und erreichte 51,89 Hrywnja.

So hat die europäische Währung den jüngsten Rückgang praktisch vollständig aufgeholt und bestätigt den Aufwärtstrend in der aktuellen Phase.

Prognose: Warum eine Panik zu früh ist

Trotz des aktuellen Kurssprungs neigen Experten nicht dazu, der Hrywnja in naher Zukunft eine katastrophale Abwertung vorherzusagen. Taras Kozak, Gründer und Präsident der Investmentgruppe „UNIVER“, skizzierte in einem Kommentar an RBC-Ukraine ein realistisches Szenario für die weitere Entwicklung.

Laut seinen Einschätzungen wird der Dollar-Kurs bis Ende 2026 wahrscheinlich nicht mehr als 10 % steigen. Wahrscheinlicher ist ein Szenario einer moderaten Abwertung von 7–8 %. Wenn der Dollar zu Jahresbeginn etwa 42 Hrywnja kostete, wird er bis Jahresende wahrscheinlich unter der Marke von 46 Hrywnja bleiben.

Strategie der Nationalbank: Schutz der Ersparnisse der Bürger

Der Experte erklärt die Zurückhaltung der Prognosen mit der Politik der Nationalen Bank. Der Regulierungsbehörde strebt konsequent danach, die Attraktivität von Finanzinstrumenten in Hrywnja für die Bevölkerung zu erhalten. Die Hauptaufgabe der Nationalbank besteht darin, die Bürger davon zu überzeugen, dass die Rendite aus Bankdepots und Anleihen der innerstaatlichen Staatsschuld (OVGZ) die möglichen Abwertungsquoten der Landeswährung übersteigen sollte.

Daher ist der Regulierungsbehörde daran interessiert, dass Ukrainer ihre Ersparnisse nicht eilig in Fremdwährung umtauschen, sondern weiterhin in Hrywnja-Investments investieren.

Investitionen gegen einfaches Halten

Taras Kozak stellt fest, dass Investitionen in OVGZ bei den aktuellen Zinssätzen vorteilhafter sein könnten als das einfache Halten von Geld in Dollar. Die Mathematik ist hier einfach: Nach Ablauf der Investitionsfrist kann die Rendite aus Hrywnja-Investments es dem Anleger ermöglichen, mehr Fremdwährung zu kaufen, als wenn er das Geld sofort umgetauscht und einfach unbewegt gelassen hätte.