Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat ihre makroökonomische Prognose aktualisiert und die Schätzungen zum BIP-Wachstum, zur Inflationsentwicklung und zur Dynamik der Haushaltseinkommen revidiert. Laut Angaben der Aufsichtsbehörde begann die Wirtschaft nach einem schwierigen Start im Jahr 2026 – bedingt durch die Zerstörung der Energieinfrastruktur, die Verteuerung von Kraftstoffen und Verzögerungen bei der Bereitstellung internationaler Finanzmittel – im zweiten Quartal wieder zu wachsen. Die NBU führt diese Wende auf die Reparatur von Energieanlagen, das milde Wetter, den Betrieb von Solaranlagen und die Zuflüsse von Mitteln internationaler Partner zurück.

Rekordhohe externe Unterstützung und BIP-Wachstumsprognose

In diesem Jahr erwartet die Ukraine ein Rekordvolumen an externer Unterstützung in Höhe von 87 Milliarden US-Dollar, die für soziale Programme, den Wiederaufbau der Infrastruktur und die Rüstungsproduktion verwendet werden sollen. Trotz der anhaltenden Angriffe des Gegners auf die Logistik und die Produktionskapazitäten prognostiziert die NBU bis Ende 2026 ein reales BIP-Wachstum um 1,8 %. In den Folgejahren könnte sich das Wachstum bei verbesserter Sicherheitslage, Kapitalzuflüssen und der Rückkehr von Migranten auf etwa 3 % beschleunigen.

Fachkräftemangel und Druck auf die Löhne

Die Aufsichtsbehörde stellt fest, dass der durch den Krieg und die Migration verursachte Fachkräftemangel anhält und am stärksten in den gewerblichen Berufen spürbar ist. Die Gewinnung junger Menschen und älterer Personen sowie die Reintegration von Veteranen in die Wirtschaft lösen das Problem nur teilweise. Der Wettbewerb um Fachkräfte zwingt Unternehmen laut NBU-Schätzung, die Löhne zu erhöhen, was zu einem der Faktoren wird, der auf Kosten und Preise drückt.

Inflation: Beschleunigung auf 10 % und Maßnahmen der Aufsichtsbehörde

Im Juli ist die Inflation nach einer kurzen saisonalen Verlangsamung, die auf die Ernte der neuen Ernte zurückzuführen war, leicht gestiegen und lag in den letzten 12 Monaten bei 7,7 %. Laut NBU-Prognose wird sich die Inflation bis Jahresende auf 10 % beschleunigen und anschließend rückläufig sein. Um die Preise zu dämpfen, beabsichtigt die Aufsichtsbehörde, ihre Präsenz auf dem Devisenmarkt aufrechtzuerhalten und einen ausreichend hohen Leitzins zu halten.

Wie Sie Ihre Ersparnisse vor der Entwertung schützen

Die NBU warnt davor, dass es aufgrund der Inflation unvorteilhaft ist, große Beträge in bar oder auf Girokonten zu halten. Als Alternative verweist die Aufsichtsbehörde auf Ertragsinstrumente, deren erwartete Rendite über dem prognostizierten Inflationsniveau liegt – genau diese ermöglichen es, die Ersparnisse vor der Entwertung im Zuge der Preisbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte zu schützen.