Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat die offiziellen Devisenkurse für den 6. November 2026 aktualisiert. Die amerikanische und die europäische Währung setzten ihren Rückgang fort, nachdem ein vorangegangener Anstieg für lebhafte Diskussionen am Finanzmarkt gesorgt hatte. Der Dollar wurde im Vergleich zu den Werten vom Donnerstag, dem 5. November, um 9 Kopeken günstiger, der Euro um 20 Kopeken.

Offizielle Kurse für den 6. November

Nach Angaben der NBU liegt der offizielle Dollarkurs für den 6. November bei 45,44 Hrywnja, was 9 Kopeken unter dem Wert des vorangegangenen Arbeitstages (45,53 UAH) liegt. Auch der Euro-Kurs ist gesunken: Für den 6. November liegt er bei 51,04 Hrywnja, während die europäische Währung am 5. November noch 51,24 Hrywnja kostete. Somit zeigte die Hrywnja zu Beginn der neuen Arbeitswoche eine moderate Stärkung gegenüber beiden Hauptwährungen.

Experteneinschätzung: Die Regulierungsbehörde hatte Instrumente

Taras Kosak, Gründer der Investmentgesellschaft "Univer", merkte in einem Kommentar gegenüber RBC-Ukraine an, dass die Nationalbank über genügend Instrumente verfügte, um einen drastischen Anstieg des Dollarkurses auf die Marke von 45,6 Hrywnja zu verhindern. Ihm zufolge hätte die Regulierungsbehörde insbesondere auf die internationalen Reserven zurückgreifen können, deren Volumen laut seinen Daten 47,1 Milliarden Dollar beträgt. "Die Nationalbank erwartet, dass sie bis Ende des Jahres auf über 60 Milliarden Dollar anwachsen werden", betonte der Experte. Kosak wies zudem darauf hin, dass eine abrupte Abwertung zu höheren Kosten für die Gold- und Devisenreserven führt, als sie zur Unterstützung einer allmählichen Schwächung der Hrywnja einzusetzen.

Rekordintervention und andere Einflussmechanismen

Während der vorangegangenen Arbeitswoche vom 26. bis 30. Oktober führte die NBU eine Rekord-Währungsintervention auf dem Interbankenmarkt durch und verkaufte 1,8 Milliarden Dollar. Neben direkten Interventionen verfügt die Behörde über weitere Möglichkeiten, den Devisenmarkt zu beeinflussen: die Beschränkung des Währungskaufs für nichtkritische Importe sowie Konsultationen mit Banken, um sie von aggressiven Währungskäufen auf dem Interbankenmarkt abzubringen. Gerade diese Mechanismen ermöglichen es laut Kosak, Schwankungen ohne plötzliche Kurssprünge auszugleichen.

Position der NBU: Keine Zielvorgaben, aber Glättung als Priorität

Die Nationalbank bestätigte, dass Konsultationen mit Marktteilnehmern tatsächlich stattgefunden haben. Bei den Diskussionen wurde berücksichtigt, dass die Regulierungsbehörde einen Teil der Nachfrage deckte, die Banken zur Auffüllung ihrer Barbestände mit Dollarnoten benötigten. "Es gab daher keine wirtschaftlichen Gründe für einen Anstieg der Differenz zwischen dem Kurs für Bargeld- und bargeldlose Transaktionen", erklärte die NBU. Die Behörde betonte zudem, dass sie keine Zielwerte für den Wechselkurs festlegt, sondern an einer Politik zur Glättung übermäßiger Schwankungen auf dem Devisenmarkt festhält. Der Kursrückgang am 6. November ist somit eine Fortsetzung dieser Strategie und kein Ergebnis einer geänderten makroökonomischen Politik.