Nebenkostenschulden können sich selbst bei denjenigen anhäufen, die ihre Rechnungen regelmäßig bezahlen. Meistens sind Abrechnungsfehler, nicht verbuchte Zahlungen oder falsch übermittelte Zählerstände die Ursache. Infolgedessen taucht auf der Rechnung ein Betrag auf, der nicht mit dem tatsächlichen Verbrauch übereinstimmt, und der Betroffene weiß nicht, ob er zu viel bezahlt oder Schulden hat. Sie können Ihre Situation selbst überprüfen, ohne auf einen Anruf des Inkassodienstes zu warten — dazu reicht es aus, sich im persönlichen Konto des Dienstleisters oder in einer Banking-App anzumelden.

Womit man beginnen sollte: Das persönliche Konto des Anbieters

Am sichersten ist es, die Abrechnungen direkt im Service des Unternehmens zu überprüfen, das die jeweilige Dienstleistung erbringt. Normalerweise wird für den Login die Nummer des persönlichen Kontos benötigt, die auf der Papier- oder elektronischen Rechnung angegeben ist. Nach der Autorisierung (oder Registrierung beim ersten Login) sieht der Nutzer den Saldo, die Abrechnungs- und Zahlungshistorie sowie die Höhe der Schuld oder Überzahlung und den Zeitraum, für den sie entstanden sind. Ein wichtiger Aspekt: Strom, Gas, Wasser und Heizung können von verschiedenen Unternehmen bereitgestellt werden, sodass man für ein vollständiges Bild manchmal mehrere Kundenportale öffnen muss.

Strom: Ein Beispiel mit YASNO und regionale Besonderheiten

Den fälligen Betrag für Strom kann man über den Online-Dienst seines Anbieters überprüfen. YASNO-Kunden nutzen beispielsweise das persönliche Konto des Unternehmens, in dem Daten zu Abrechnungen, Schulden, Überzahlungen und getätigten Zahlungen verfügbar sind; auf der offiziellen Website wird angegeben, dass man darüber den zu zahlenden Betrag ermitteln und überprüfen kann, ob Gelder gutgeschrieben wurden. Wenn der berechnete Betrag zu hoch erscheint, lohnt es sich, die Zählerstände zu vergleichen. Dabei sind der Stromlieferant und der Verteilernetzbetreiber für unterschiedliche Dinge zuständig: Das Verbrauchsvolumen wird beim Betreiber geklärt, die Zahlungsgutschrift beim Lieferanten. Es wird separat darauf hingewiesen, dass der YASNO-Link im Material auf die Seite für die Region Dnipropetrowsk führt, weshalb Bewohner anderer Regionen den Service ihres eigenen Anbieters nutzen müssen.

Gas: Das Naftogaz-Kundenportal und die getrennte Verteilung

Verbraucher, die Gas von der NK Naftogaz der Ukraine beziehen, überprüfen ihren Abrechnungsstand über das persönliche Konto des Unternehmens: Dort kann man den Saldo einsehen, Rechnungen bezahlen und die Zahlungshistorie einsehen. Für die Registrierung ist eine neunstellige Kontonummer erforderlich; falls diese unbekannt ist, kann sie über den offiziellen Naftogaz-Service unter Verwendung des EIC-Codes gefunden werden. Ein entscheidender Punkt: Die Zahlung für das verbrauchte Gas und die Zahlung für dessen Verteilung können getrennt eingehen, sodass das Fehlen von Schulden beim Lieferanten nicht bedeutet, dass keine Schulden für die Verteilung bestehen — diese Information muss beim Gasverteilernetzbetreiber überprüft werden.

Wasser und Heizung: Vom Kiewer CSC zu lokalen Wasserversorgern

Die Abrechnungen für Wasserversorgung, Abwasser und Heizung werden im Online-Dienst des Unternehmens überprüft, das die Dienstleistung erbringt. In einigen Städten stehen Kundenportale zur Verfügung, in denen man gleich mehrere Nebenkostenrechnungen einsehen kann: In Kiew arbeitet beispielsweise das Zentrum für kommunale Dienstleistungen, über das Verbraucher Informationen über Abrechnungen erhalten und Wohn- und Kommunaldienstleistungen bezahlen. Nach Erläuterung der Kiewer Stadtverwaltung kann zum Hinzufügen eines Objekts ein Autorisierungsschlüssel aus der gedruckten Rechnungsbenachrichtigung erforderlich sein, und offizielle Dienste zur Überprüfung von Wasserversorgung und Heizung finden sich über das Portal der Stadtverwaltung. Bewohner anderer Städte sollten sich an die Websites lokaler Wasserwerke, Wärmeversorgungsunternehmen oder kommunaler Dienstleistungszentren wenden.

Banking-Apps und Diia: Was sie zeigen und was nicht

Über Banking-Apps (einschließlich Privat24) kann man verfügbare Konten für die Bezahlung von Nebenkosten einsehen, Zahlungsvorlagen speichern und Quittungen abrufen; auf der offiziellen Website der PrivatBank wird angegeben, dass Nutzer Dienstleistungen online bezahlen und frühere Vorgänge über das Zahlungsarchiv oder den Kontoauszug überprüfen können. Die Informationen über Schulden hängen jedoch von den Daten ab, die der Anbieter übermittelt, und der Betrag in der Banking-App bestätigt nicht immer den endgültigen Abrechnungsstand: Bei Abweichungen von der Rechnung muss der Saldo im persönlichen Konto des Versorgungsunternehmens überprüft werden. Diia hingegen ist kein Universaldienst zur Überprüfung aktueller Nebenkostenabrechnungen nach Wohnungsadresse, obwohl staatliche elektronische Register es ermöglichen zu prüfen, ob gegen eine Person ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet wurde, unter anderem wegen unbezahlter Dienstleistungen.

Kontext: Das Ausmaß der Verschuldung nach Angaben des Staatlichen Statistikdienstes

Die Anleitung zur Rechnungsprüfung ist vor dem Hintergrund des anhaltenden Wachstums der Bevölkerungsschulden für Wohn- und Kommunaldienstleistungen aktuell. Nach Angaben des Staatlichen Statistikdienstes stieg die Gesamtverschuldung im vierten Quartal 2025 um 12,5% und erreichte 113,4 Mrd. UAH; von Oktober bis Dezember zahlten die Ukrainer 64,1 Mrd. UAH, was 83,1% der berechneten 77,1 Mrd. UAH entspricht. Am stärksten wurde für zentrale Wasserversorgung und Abwasser bezahlt (105,1% der berechneten Beträge), am wenigsten für Wärme- und Warmwasserversorgung (59,3%). In der Schuldenstruktur führten zu diesem Zeitpunkt thermische Energie und Warmwasser (38 Mrd. UAH, +14,7%), Gas (35,4 Mrd. UAH, +26,8%), Strom (17 Mrd. UAH, +2,7%), Wasserversorgung (10,1 Mrd. UAH, −2,8%), Mehrfamilienhausverwaltung (9,5 Mrd. UAH, +0,7%) und Hausmüll (3,2 Mrd. UAH, +0,2%). Die höchsten Schuldenstände wurden in den Regionen Dnipropetrowsk (18,3 Mrd. UAH), Donezk (4,1 Mrd. UAH), Poltawa (3,4 Mrd. UAH), Kiew (2,1 Mrd. UAH) und Charkow (1,6 Mrd. UAH) verzeichnet. Ende Juni 2026 betrug die Gesamtverschuldung denselben Daten zufolge 104,2 Mrd. UAH. Vor dem Hintergrund der Tarifanpassungen im Jahr 2025, als die Nebenkosten im Durchschnitt um fast 12% stiegen, wird die regelmäßige Überprüfung der Abrechnungen in den Kundenportalen zu einem einfachen, aber wichtigen Instrument, um einen Fehler rechtzeitig zu bemerken und ein Ansteigen der Schulden zu verhindern.