Chronologie des Notfalls

Ein schweres Hochwasser, das Dutzende Menschenleben forderte, ereignete sich am Morgen des 26. August im Distrikt Rasuwa, nördlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Vorläufigen Angaben zufolge wurde die Katastrophe durch ein Erdbeben ausgelöst, das eine Lawine aus Schmelzwasser auslöste, die in den Fluss Bhote Koshi stürzte. Infolgedessen wurden Ufergebiete sowie touristische Einrichtungen und Wohngebäude in der Überschwemmungszone von einem gewaltigen Schlammschwall überflutet. Luftaufnahmen der betroffenen Zone zeigen ein weites Gebiet, das mit einer Schicht aus Schlamm und Trümmern bedeckt ist, darunter zerstörte Gebäude.

Suche nach ukrainischen Bürgern

Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Georgy Tychyj, erklärte gegenüber Journalisten, dass infolge des Hochwassers insgesamt 53 ukrainische Staatsbürger als vermisst gelten. Laut seinen Angaben ist der Kontakt zu einer Gruppe von 46 Touristen abgebrochen. Bis 21:45 Uhr lag jedoch keine Information über ukrainische Staatsbürger unter den Opfern oder Verletzten vor. Die ukrainischen Botschaften in Indien und der Volksrepublik China halten Kontakt zu den zuständigen Behörden der Aufenthaltsländer, um die Suchaktionen zu koordinieren, die den Aufenthaltsort der ukrainischen Bürger ermitteln könnten.

Reaktionsmechanismus der Botschaften und des Außenministeriums

Auf persönlichen Auftrag des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha ergreifen die Botschaften in Indien und der VR China auf der Grundlage der bereits bekannten Personendaten der vermissten Bürger Maßnahmen zur Kontaktaufnahme und zur Durchführung weiterer notwendiger Schritte. An die Hotline des Außenministeriums gingen acht Meldungen von Angehörigen über den Kontaktverlust mit Personen aus der genannten Liste ein. Das Ministerium, die Abteilung für Konsularservice und beide Botschaften arbeiten im erhöhten Bereitschaftsmodus, bearbeiten eingehende Anfragen und stimmen die Daten mit den lokalen Behörden Nepals ab.

Ursachen und Ausmaß der Katastrophe

Vorläufigen Informationen zufolge war die unmittelbare Ursache des Hochwassers ein Erdbeben, das das Abrutschen einer Lawine aus Schmelzwasser in das Flussbett des Bhote Koshi auslöste. Offiziell wird von mindestens 98 Todesopfern berichtet, weitere rund 400 Personen gelten als vermisst. Die genauen Zahlen könnten, so die Schätzungen der lokalen Behörden, revidiert werden, je nach Fortschreiten der Rettungstrupps in schwer zugängliche Bergregionen und Abschluss der Aufräumarbeiten.

Widersprüchliche Angaben

In öffentlichen Quellen werden Abweichungen bei den Schlüsselergebnissen festgestellt. Erstens hieß es in den ersten Berichten am Abend des 26. August, dass „mindestens 98 Menschen' ums Leben kamen, während mehrere internationale Agenturen auf aktualisierte Daten verweisen und angeben, dass die Zahl der Opfer 150 überschritten hat. Zweitens werden in den Erklärungen des ukrainischen Außenministeriums zwei unterschiedliche Größenordnungen genannt: Der Kontakt zu einer Gruppe von 46 Touristen ist abgebrochen, während die Tourismuspolizei Nepals von insgesamt 53 vermissten Ukrainern berichtet. Der Unterschied erklärt sich vermutlich dadurch, dass die 46 Personen eine bestimmte Touristengruppe umfassen, während 53 der Gesamtwert aller derzeit bekannten ukrainischen Staatsbürger ist. Bis zum Abschluss der Suchaktionen sind beide Zahlen als vorläufig zu betrachten.

Separater Vorfall in Japan

Abgesehen von den Ereignissen in Nepal wurde zuvor über ein starkes Erdbeben am 28. Juli in der Präfektur Kumamoto im Süden Japans berichtet, in dessen Folge rund 50 Menschen verletzt wurden. Dieser Vorfall steht in keinem Zusammenhang mit dem Hochwasser in Nepal und wird lediglich als Kontext der seismischen Aktivität in der Region in diesem Jahr angeführt.