Benjamin Netanjahu hat eine neue Strategie für die Kriegsführung im Gazastreifen vorgestellt. Der israelische Ministerpräsident erklärte, er habe den Streitkräften den Befehl erteilt, die Zone der tatsächlichen Kontrolle auszuweiten und bereits 70 % des Territoriums des Enklaves zu umfassen. Diese Entscheidung stellt den nächsten Schritt der Eskalation dar, die nach dem Einmarsch von Hamas am 7. Oktober 2023 begann.

„Wir sind von 50 auf 60 Prozent gekommen. Meine Aufgabe ist es, Schritt für Schritt weiterzugehen. Zuerst bis zu 70. Wir üben Druck auf Hamas von allen Seiten aus. Mit den Resten werden wir uns später befassen“, betonte der israelische Führer und demonstrierte einen harten Ansatz zur Beendigung des Konflikts.

Humanitäre Krise und Folgen des Vorgehens

Die Ausweitung der Kontrollzone der israelischen Armee hat dazu geführt, dass etwa zwei Millionen Palästinenser auf einem immer enger werdenden Raum eingesperrt sind. Die meisten von ihnen sind Vertriebene, die gezwungen sind, in Zelten unter den Trümmern zerstörter Städte zu leben. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die israelischen Angriffe auch nach dem im Oktober 2025 unter Vermittlung der USA unterzeichneten Waffenstillstand nicht aufgehört haben und die Entwaffnung von Hamas bisher nicht gewährleistet wurde.

Laut den Bedingungen des Abkommens sollten die israelischen Truppen zurückweichen, bis zu einer sogenannten „gelben Linie“, die die Grenzen ihrer Kontrolle markiert, woraufhin ein längerer Abzug der Kräfte aus Gaza geplant war. Die Realität erwies sich jedoch als anders: Anstelle eines Rückzugs folgte ein weiteres Vorgehen.

Der Plan von Trump und die Liquidierung der Hamas-Führer

Washington sucht weiterhin nach Wegen zur Lösung des Konflikts. Der Weltfriedensrat unter US-Präsident Donald Trump bereitet einen 15-Punkte-Plan zur Entwaffnung von Hamas vor, der nach Ansicht der amerikanischen Seite notwendig ist, um den Wiederaufbau und die Rekonstruktion des Gazastreifens nach dem Krieg zu ermöglichen.

Mittlerweile setzt Israel seine gezielten Liquidierungen der Hamas-Führung fort. Ende Mai wurden zwei Schlüsselführer getötet: Mohammed Odeh, den Tel Aviv als einen der „Architekten“ des Angriffs vom 7. Oktober bezeichnet, und Izz ad-Din al-Haddad – der letzte der Top-Kommandeure, die an jenem Angriff beteiligt waren. Diese Aktionen zeigen, dass Israel nicht beabsichtigt, bei dem Erreichten stehen zu bleiben, und die vollständige Neutralisierung der Bedrohung durch Hamas anstrebt.