In Polen wurde ein weitreichendes Netzwerk von Agenten aufgedeckt, die von Russland bezahlt wurden und über zwei Jahre hinweg anti-ukrainische Aktionen in Warschau und Breslau organisierten. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf eine Erklärung des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU).

Gefälschte Proteste als Einflussinstrument

Russische Kuratoren führten in polnischen Städten zwischen 2025 und 2026 fünf inszenierte „Protestaktionen“ durch. Ihr Hauptziel war die Diskreditierung der Ukraine auf internationaler Ebene sowie die Destabilisierung der gesellschaftlich-politischen Lage innerhalb der Europäischen Union.

Für die Straßendemonstrationen wurde Masse über spezielle Vermittler angeworben. Den Teilnehmern wurden zwischen 100 und 200 US-Dollar für eine einmalige Teilnahme angeboten. Sie erhielten vorbereitete provokative Plakate, wurden detailliert über ihr Verhalten instruiert und nach Abschluss der Veranstaltung bar bezahlt.

Aufdeckung und Ausweisung der Organisatoren

Durch die gemeinsame Arbeit der ukrainischen Gegenabwehr und des polnischen Amtes für innere Sicherheit konnten 11 Organisatoren pro-kremlischer Aktionen identifiziert werden. Darunter waren neun ukrainische Staatsbürger und zwei Weißrussen, die sich auf dem Gebiet der EU aufhielten.

Alle Beteiligten wurden bereits in ihre Heimatländer ausgewiesen. Derzeit bereiten die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden eine rechtliche Bewertung der Handlungen der in das Schema verwickelten Landsleute vor – die Entscheidung wird individuell getroffen, abhängig vom Grad der Schuld jedes Einzelnen.

Internationale Ermittlungen laufen weiter

Die Ermittlungen haben internationalen Charakter und zielen darauf ab, alle Organisatoren russischer Provokationen zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen. Dies ist nicht der erste Fall einer solchen Tätigkeit: Die russische Agentenschaft agiert seit langem aktiv in verschiedenen europäischen Ländern.

Kürzlich wurde bekannt, welches Land als Hauptkoordinationszentrum für die Aufklärungsoperationen Moskaus dient. Zuvor berichtete RBC-Ukraine auch darüber, wie der SBU Kiewer Klöster unter Kontrolle nahm, aufgrund ihrer Verbindungen zur Agentenschaft des Aggressorstaates.

Die Ereignisse in Polen zeigen erneut, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und die Schutzmechanismen gegen hybride Bedrohungen zu stärken – insbesondere angesichts des andauernden Konflikts und des Informationskrieges.