Für Millionen Ukrainer, die ihren wohlverdienten Ruhestand planen, beginnen entscheidende Zeiten. In dem Land ändert sich der Ansatz zur Berechnung der Berufserfahrung grundlegend und wird bürgernäher für diejenigen, die mit unzuverlässigen Arbeitgebern konfrontiert waren. Ab August 2026 tritt das Gesetz Nr. 4851-IX in Kraft, das eines der schmerzhaftesten Probleme des Rentensystems beseitigt: den Verlust von Berufsjahren aufgrund der Nichtzahlung der einheitlichen Sozialabgabe (ESV).
Berufserfahrung ohne ESV: Wie der Staat verlorene Jahre zurückgibt
Lange Zeit sah die Situation ungerecht aus: Ein Mensch arbeitete gewissenhaft, erhielt sein Gehalt, aber der Arbeitgeber überwies keine Versicherungsbeiträge an den Staatshaushalt. Infolgedessen wurden diese Zeiträume bei der Rentenbeantragung nicht berücksichtigt, was den Menschen das Recht auf einen Ruhestand mit 60, 63 oder 65 Jahren entzog.
Die neuen Regeln ändern diese Logik. Jetzt werden Arbeitszeiträume in die Berufserfahrung eingerechnet, auch wenn die ESV tatsächlich nicht gezahlt wurde. Es gibt jedoch eine kritisch wichtige Bedingung: Der Arbeitgeber muss offiziell Gehalt berechnet und die entsprechende Berichterstattung an die Steuerbehörden eingereicht haben. Dem Staat reicht der dokumentarische Nachweis, dass die Berechnungen durchgeführt wurden, selbst wenn das Geld den Staatshaushalt nicht erreicht hat. Genau diese Zeiträume werden den Bürgern nun helfen, die erforderliche Versicherungsdienstzeit zu sammeln.
Auswirkung auf die Höhe der Zahlungen
Es ist wichtig zu verstehen, dass das neue Gesetz darauf abzielt, das Rentenrecht zu sichern und nicht automatisch die Höhe der Rente zu erhöhen. Für die Berechnung der Zahlungsbeträge werden nur die Monate berücksichtigt, für die Versicherungsbeiträge tatsächlich geleistet wurden. Die „problematische' Berufserfahrung, die nach dem neuen Gesetz wiederhergestellt wird, ermöglicht es, das Recht auf Rentenzahlung zu bestätigen, erhöht aber die Höhe nicht so stark wie Zeiträume mit vollständiger Zahlung der ESV.
Die Pensionskasse übernimmt die Suche nach verlorenen Dokumenten
Das Gesetz Nr. 4851-IX entlastet die Bürger auch von der Pflicht, ihre Arbeitsbiografie im Falle des Verlusts von Dokumenten zu beweisen. Der Verlust des papierernen Arbeitsbuchs wird keine fatale Fehler mehr sein, die zu einer Ablehnung der Zahlungen führt. Die Pflicht zur Suche nach Informationen liegt nun bei der Pensionskasse der Ukraine (PFU).
Wenn in den elektronischen Registern ein Mangel an Informationen über die berufliche Tätigkeit festgestellt wird, muss der Fonds den Bürger selbstständig informieren und bei der Suche nach Daten für eine korrekte Neuberechnung oder Festsetzung der Rente behilflich sein. Das bedeutet, dass eine Ablehnung der Zahlung aufgrund fehlender Dokumente unmöglich wird.
Wie man die Berufserfahrung ohne Arbeitsbuch nachweist
Wenn das papiererne Arbeitsbuch verloren gegangen oder nicht vorhanden ist, kann die berufliche Tätigkeit nachgewiesen werden durch:
- Zertifikate über die Registrierung im System der allukrainischen Datenbank;
- Gehaltsbescheinigungen;
- Kopien von Anordnungen zur Einstellung und Entlassung;
- Gerichtsurteilen zur Anerkennung von Arbeitsverhältnissen.
Die Bürger können die Dokumente zur Rentenbeantragung sowohl in einem beliebigen Servicezentrum der Pensionskasse als auch remote über das Portal der elektronischen Dienste der PFU einreichen.
Was wird mit den papierernen Arbeitsbüchern geschehen
Die Pensionskasse hat die Details des Übergangs auf das digitale System erläutert. Die PFU wird auch nach dem 10. Juni 2026 gescannte Kopien der papierernen Arbeitsbücher annehmen. Dieses Datum markiert das Ende der fünfjährigen Übergangsfrist, die vom Gesetz für die Digitalisierung der Daten über die berufliche Tätigkeit der Bürger festgelegt wurde.