In der Ukraine treten radikale Änderungen im System der finanziellen Versorgung der Soldaten in Kraft. Das Kabinett der Minister hat die Verordnung Nr. 768 verabschiedet, die ein Experimentierprojekt für neue Zahlungen startet. Laut dem Dokument kann das maximale Einkommen der Kämpfer an der Front 460.000 Hrywnja pro Monat erreichen.
Zweijähriges Experiment und Zahlungsbedingungen
Das neue System wird ab dem 1. Juni 2026 in Kraft treten und zwei Jahre lang gelten. Die Höhe des Soldes wird direkt vom Einsatzort und der Art der durchgeführten Aufgaben abhängen. Die Regierung hat sich dafür entschieden, von festen Sätzen abzuweichen und ein flexibles System einzuführen, das tatsächliche militärische Verdienste und Risiken berücksichtigt.
Ein Schlüsselelement der Reform ist die Einführung von täglichen Kampfauszahlungen für erfolgreiche Operationen:
- Für die Erstürmung oder Wiedereroberung eigener Stellungen erhalten die Soldaten 20.000 Hrywnja pro Tag zusätzlich.
- Für die Einnahme feindlicher Stellungen beträgt die Tagesauszahlung 40.000 Hrywnja.
Sonderboni für Gefangennahme und Vernichtung des Gegners
Die Verordnung sieht auch erhebliche Einmalzahlungen für bestimmte Kampfhandlungen vor. Für die Gefangennahme eines russischen Soldaten sind 100.000 Hrywnja vorgesehen. Diese Mittel werden auf alle Teilnehmer der Operation verteilt, was die Teamarbeit fördern soll.
Die Vernichtung des Gegners im Schusswechsel oder Nahkampf bringt dem Soldaten 15.000 Hrywnja ein. Für den Erhalt dieser Auszahlung ist jedoch zwingend eine Videoaufzeichnung der Vernichtung erforderlich.
Wichtig ist zu beachten, dass trotz der hohen Sätze für einzelne Operationen eine „Obergrenze“ für die Auszahlungen festgelegt wurde: Insgesamt kann ein Soldat nicht mehr als 460.000 Hrywnja pro Monat erhalten.
Kontext der Reform: Verträge und Demobilisierung
Die Änderungen bei der finanziellen Versorgung sind Teil einer umfassenderen Reform der Streitkräfte. Zuvor hatte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, Details der bevorstehenden Umwälzungen offengelegt. Für aktive Soldaten ist die Einführung von 10-monatigen Verträgen geplant, und das Mindestgehalt soll 30.000 Hrywnja betragen.
Anfang Mai kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj eine schrittweise „Demobilisierung“ an. Nach seinen Worten wird das Vertragssystem so gestärkt, dass bereits in diesem Jahr mit der Entlassung der eingezogenen Soldaten nach klar definierten zeitlichen Kriterien begonnen werden kann. Die neuen finanziellen Bedingungen sollen den Dienst auf Vertragsbasis attraktiver und transparenter machen.