Am 15. Juni sah sich die Ukraine einem massiven Angriff ausgesetzt, der die Evolution der Taktik der russischen Streitkräfte demonstrierte. Laut dem Sprecher der Luftstreitkräfte, Jurij Ignat, setzte der Gegner eine beispiellose Anzahl an Munition ein: 600 unbemannte Fluggeräte und 70 Raketen verschiedener Typen.

Änderung des Vektors: Von „Kalibr“ zu „Iskander“

Obwohl das allgemeine Ausmaß des Angriffs mit früheren Angriffen vergleichbar war, änderte sich die Art der eingesetzten Waffensysteme erheblich. Anstelle der üblichen Marschflugkörper „Kalibr“ setzte Russland erstmals im Rahmen eines solchen massiven Angriffs ballistische Raketen vom Typ „Iskander-K“ ein.

Jurij Ignat betonte in einem Telethon, dass ballistische Ziele nach wie vor die schwierigste Kategorie für die ukrainische Flugabwehr darstellen. „Was die abgeschossenen Ziele betrifft, bleibt das Problem leider weiterhin bestehen. Es ist die Ballistik“, unterstrich der Sprecher. Nach seinen Worten kann nur das System „Patriot“ einen wirksamen Schutz gegen solche Bedrohungen gewährleisten; der Mangel an diesen Systemen ermöglichte es einem Teil der Raketen, ihre Ziele zu erreichen.

Folgen des Angriffs: Zerstörungen und Opfer

Infolge des Angriffs durchbrachen 20 Raketen und 27 Drohnen die Verteidigungslinie und trafen Ziele in verschiedenen Regionen des Landes. Die schwerwiegendsten Folgen wurden in Kiew und der Oblast Kiew registriert.

In der Hauptstadt führte der Angriff zu Zerstörungen von Wohnhäusern und Hochhäusern. Zu den betroffenen Objekten gehörte auch ein Kulturdenkmal – die Kiewer Höhlenkloster. Die Zahl der Verletzten in Kiew belief sich auf 30 Personen.

Auch die Oblast Kiew erlitt erhebliche Schäden. In der Region wurden Privathäuser und Fahrzeuge beschädigt; unter den Verletzten befand sich ein Kind. Besonders schwer getroffen wurde das kulturelle Erbe: Die Filmstudie Dowschenko, eine der ältesten des Landes, wurde getroffen. Durch den Angriff wurde die größte Kostümsammlung der Ukraine vernichtet.

Neue Realität: Tägliche Bedrohungen

Der Sprecher der Luftstreitkräfte warnte davor, dass die Bedrohung auch nach Beendigung der massiven Welle bestehen bleibt. Russland ist zu einer Taktik des ständigen Drucks übergegangen und führt täglich Starts von Drohnen in großen Mengen durch.

Laut Angaben von Ignat sendet der Gegner täglich bis zu 200 Drohnen nachts und weitere bis zu 100 tagsüber. Die Angriffe erfolgen in kleinen Gruppen von 2–2 Einheiten aus verschiedenen Richtungen, was die Arbeit der Luftabwehrsysteme erschwert.

Besonderes Augenmerk legte Ignat auf die Situation in Dnipro, die seiner Meinung nach „sehr ernsthaft leidet“ unter diesen ständigen Angriffen. Die neue Taktik des Gegners erfordert von den ukrainischen Kräften ständige Bereitschaft und Anpassung an sich verändernde Bedingungen des Luftkrieges.