In der Werchowna Rada der Ukraine wurde ein neuer Gesetzentwurf registriert, der auf eine radikale Verschärfung der Normen für die Verwendung der ukrainischen Sprache abzielt. Das Dokument, das die Sprachsituation im Land grundlegend verändern könnte, sieht Änderungen in insgesamt 22 Gesetzen vor. Die Registrierung des Entwurfs erfolgte am 15. Juli; nun steht die Prüfung durch das Parlament an.
Um in Kraft zu treten, muss das Dokument alle Lesungen in der Rada durchlaufen und die Unterschrift des Präsidenten erhalten. Die Initiatoren des Projekts erklären, dass sein Ziel darin besteht, die rechtlichen Mechanismen für die Funktion der Staatssprache zu stärken und bestehende Lücken in der Gesetzgebung zu schließen.
Neue Anforderungen und Befugnisse
Der Kern des Gesetzentwurfs besteht in der direkten Verankerung im Sprachgesetz der zwingenden Anforderung, die Staatssprache für bestimmte Kategorien von Bürgern zu beherrschen. Insbesondere betrifft dies Personen, die Dienstpflichten ausüben.
Das Dokument verteilt die Verantwortung auch auf lokaler Ebene neu. Den lokalen Räten wird vorgeschlagen, die Befugnisse zur Schaffung von Bedingungen für die Entwicklung der ukrainischen Sprache in den entsprechenden Gebieten und zur Förderung ihrer Popularisierung zu übertragen. Gleichzeitig müssen die lokalen Staatsverwaltungen die Entwicklung der Sprachen der Ureinwohner und nationalen Minderheiten fördern.
Verschärfung der Sanktionen und Strafen
Einer der kontroversesten Punkte des Dokuments ist die Überarbeitung des Verfahrens zur Prüfung von Beschwerden und die Erhöhung der Strafen für Verstöße. Der Bevollmächtigte für den Schutz der Staatssprache erhält neue Hebel, um auf Übertreter einzuwirken.
Es wird folgende Strafstaffel vorgeschlagen:
- Bei der ersten Zuwiderhandlung: Verwarnung oder Geldstrafe in Höhe von 6.800 bis 17.000 Griwna.
- Bei einer Wiederholung der Zuwiderhandlung innerhalb eines Jahres: Geldstrafe von 20.400 bis 25.500 Griwna.
Kontext: Zunahme von Verstößen
Die Initiative zur Verschärfung der Kontrolle entsteht vor dem Hintergrund von Statistiken, die eine Zunahme von Verstößen gegen das Sprachgesetz festhalten. In diesem Jahr wurden bereits über hundert Fälle von Gesetzesverstößen im Bereich der Werbung registriert. Die Führung bei der Anzahl der Verstöße übernahmen Charkiw und Dnipro.
Zuvor hatte die Sprachombudsfrau Jelena Iwanowska in einem Interview auf Lücken im geltenden Recht hingewiesen, was nach Ansicht von Experten zum Katalysator für die Einbringung dieses Gesetzentwurfs wurde.