Im November 2026 findet in der Ukraine das 32. Festival „Neues Deutsches Kino“ statt, das eine umfassende Auswahl aktueller deutscher Spiel- und Dokumentarfilme präsentiert. Das Programm umfasst fünf abwechslungsreiche Werke, darunter internationale Preisträger, neue Arbeiten renommierter Regisseure und immersive Projekte mit weltbekannten Stars.
Eröffnungsfilm und große Festivalpreisträger
Das Festival wird mit einer Gemeinschaftsarbeit von Wolfgang Becker (bekannt durch „Good Bye, Lenin!“) und Achim von Borris (Macher der Serie „Babylon Berlin“) eröffnet. Im Mittelpunkt steht ein unauffälliger ehemaliger Eisenbahner, der versehentlich 127 Menschen aus Ost-Berlin rettete, woraufhin ihn Journalisten zum Nationalhelden machen, während er die Wahrheit verbergen muss. Das Glanzstück des Programms ist der Film von İlker Çatak, der bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2026 den Goldenen Bären gewann. Der Film erzählt von türkischen Theaterschaffenden, die nach einem Zwischenfall bei einer Premiere ins Visier der Behörden geraten und zwischen ihren Prinzipien und dem Überleben wählen müssen.
Historische Dramen und groß angelegte Filmperformances
Einen besonderen Platz im Programm nimmt das neue historische Drama des oscargekrönten Regisseurs Paweł Pawlikowski ein, das von der Rückkehr des Schriftstellers Thomas Mann in ein geteiltes Deutschland im Sommer 1949 handelt. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wetteifern die beiden neu gegründeten deutschen Staaten darum, den Literaten als Symbol ihres eigenen Landes zu präsentieren. Ein weiteres herausragendes Ereignis ist Julian Rosefeldts Filmperformance „Euphoria“, die kurz vor dem russischen Großangriff 2022 teilweise in Kiew gedreht wurde. An der Choreografie war das Radu-Poklitaru-Ensemble beteiligt, und eine der zentralen Figuren — ein Tiger — wird von Cate Blanchett gesprochen, die über die Macht des Geldes und Konsums in leeren Supermärkten sinniert.
Immersives Kino und Sondervorführungen
Dokumentarfilm-Liebhaber können Wim Wenders' dreidimensionales Projekt über den Schweizer Architekten Peter Zumthor erleben, das fortschrittliche 3D-Technologie nutzt, um eine vollständige Immersion in seine Bauwerke zu ermöglichen. Darüber hinaus erwartet die Zuschauer am 20. November eine Sondervorführung von F.W. Murnaus klassischem Stummfilm „Faust“, begleitet von einem neuen Soundtrack der ukrainischen Künstlerin undo despot.
Spielorte und kulturelle Bedeutung
In Kiew finden die Vorführungen vom 12. bis 18. November in den Kinos „Schowten“ und „Kino 42“ statt. Neben der Hauptstadt wird das Festival auch in Lwiw, Dnipro, Charkiw und Tscherniwzi gastieren, wobei die genauen Termine von den Organisatoren noch bekannt gegeben werden. Die Veranstaltung soll die kulturellen Bindungen stärken und das ukrainische Publikum mit aktuellen Strömungen des europäischen Arthouse-Kinos vertraut machen.