Der 7. Juli war ein entscheidender Tag für Prinz Harry, Herzog von Sussex, der in einem langwierigen Rechtsstreit mit dem britischen Medienkonzern Associated Newspapers Limited (ANL) unterlag. Die Gerichtsentscheidung fiel genau in dem Moment, als der Prinz in London eintraf, um an einer Veranstaltung im Rahmen seiner Initiative Invictus Games teilzunehmen.
Prozess wegen Verletzung der Privatsphäre
Prinz Harry war einer von sieben Klägern in einer Sammelklage gegen ANL. Zu seinen Prozesskollegen gehörten bekannte Persönlichkeiten wie der Pop-Legende Elton John, die Schauspielerin Elizabeth Hurley und die Ex-Frau von Jude Law, Sadie Frost. Alle warfen dem Verlag die Verletzung des Rechts auf Privatsphäre vor.
Der Kern der Vorwürfe bestand darin, dass die zu ANL gehörenden Zeitungen Daily Mail und Mail on Sunday über mehr als zwei Jahrzehnte – von den 1990er Jahren bis 2011 – Artikel veröffentlichten, die auf illegalem Weg beschafft wurden. Die Kläger behaupteten, Journalisten hätten Privatdetektive beauftragt, Täuschung angewandt, Telefone abgehört und sogar Bestechungsgelder gezahlt, um an exklusive Informationen zu gelangen.
Urteil von Richter Matthew Nicklin
Nach einem umfangreichen 46-tägigen Verfahren entschied Richter Matthew Nicklin, die Forderungen der Kläger vollständig abzuweisen. In seinem Urteil betonte er, dass die Parteien keine überzeugenden Beweise für die illegale Beschaffung von Daten vorgelegt hätten. Aus Sicht des Richters reichten bloße Verdächtigungen nicht aus, um solche schwerwiegenden Verstöße zu belegen, und die vorgelegten Unterlagen bestätigten keine Verbindung zwischen den veröffentlichten Artikeln und den rechtswidrigen Handlungen.
Die nächste Verhandlung, die sich mit der Vollstreckung des Urteils befasst, ist für den 29. und 30. Juli anberaumt.
Reaktion der Parteien
Bei Associated Newspapers Limited wurde das Urteil als „überzeugender Sieg“ für die Daily Mail, ihre Journalisten und die Prinzipien der Pressefreiheit bezeichnet. Vertreter des Unternehmens erklärten zudem, dass sie die Rückzahlung aller Gerichtsgebühren fordern werden.
Prinz Harry selbst zeigte trotz der Niederlage im Gerichtssaal keine sichtbaren Anzeichen von Enttäuschung. Bei der Veranstaltung im Chatham House in London wirkte er konzentriert und fröhlich, was die anwesenden Journalisten bemerkten.
Geschichte der Rechtsstreitigkeiten
Dies ist nicht der erste Versuch von Prinz Harry und Herzogin Meghan, ihre Rechte vor Gericht gegen Boulevardzeitungen zu verteidigen. Zuvor hatten sie erfolgreich einen Prozess gegen die Mail on Sunday gewonnen, der die Veröffentlichung eines privaten Briefes von Meghan an ihren Vater im Jahr 2018 betraf. Damals wurde das Verlagshaus zu einer Entschädigung von 1 Million Pfund Sterling verurteilt. Darüber hinaus schloss Harry einen Vergleich mit dem Herausgeber der Zeitung The Sun, der eine Entschädigung zahlte und sich offiziell für die rechtswidrigen Handlungen entschuldigte.