Die Niederlande können der Ukraine keine direkte militärische Unterstützung mehr leisten. Dies erklärte die niederländische Verteidigungsministerin Dijana Vukmanović-Zegherius in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ihrer Aussage zufolge hat Amsterdam bereits alles Mögliche getan, um Kiew zu helfen, und die Grenzen seiner Ressourcen erreicht.
„Wir haben sehr viel getan“
Im Verlauf des Gesprächs betonte die Verteidigungsministerin, dass die Niederlande, trotz ihrer Bereitschaft, andere Staaten zur Unterstützung der Ukraine aufzurufen, physisch keine zusätzlichen Mengen an Waffen bereitstellen können. „Wir als Niederlande haben keine weiteren Möglichkeiten mehr, da wir bereits sehr viel getan haben“, so Vukmanović-Zegherius.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Anfrage Kiews nach Raketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme gelegt. Die Leiterin des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass das Land seine Vorräte erschöpft hat und neuen Anforderungen an die Lieferung dieser Waffenart nicht nachkommen kann.
Umfang der finanziellen Hilfe
Der wirtschaftliche Beitrag der Niederlande zum Konflikt beläuft sich bereits auf Milliarden von Euro. Bisher hat das Land 9,1 Milliarden Euro für militärische Hilfe an die Ukraine ausgegeben. Geplant ist, zukünftig weitere 11,6 Milliarden Euro bereitzustellen.
Zudem beteiligen sich die Niederlande aktiv am Programm PURL (Pooling and Resource Utilization for Lethal aid). Im Rahmen dieser Initiative bündeln europäische Verbündete ihre Ressourcen, um amerikanische Waffen für Kiew zu finanzieren. Für die Umsetzung dieses Programms hat Amsterdam bereits 1 Milliarde Euro bereitgestellt.
Die Situation mit Patriot und die Haltung der Nachbarn
Während die Niederlande von Ressourcenknappheit sprechen, zeigen andere europäische Länder eine andere Dynamik. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bestätigte die Lieferung von Raketen für Patriot-Systeme an die Ukraine, was die Luftabwehr der ukrainischen Armee gegen russische Angriffe stärken soll.
Allerdings bleibt das Problem der Munitionsknappheit akut. Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Serhij „Flash“ Beskrestnov erklärte, dass Kiew derzeit keine Raketen zur Abwehr der russischen ballistischen Bedrohung hat. Laut ihm versuchen Länder, die an Russland grenzen, darunter Deutschland, ihre eigenen strategischen Vorräte zu erhalten, da sie ebenfalls einer Bedrohung von Osten ausgesetzt sind.