Norwegen hat die Bereitstellung von 3 Mrd. Kronen – rund 268 Mio. Euro – zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr angekündigt. Diese Mittel sollen unter anderem für den Kauf von Raketen für Patriot-Systeme verwendet werden. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Pressestelle der norwegischen Regierung.
Gemeinsame Bestellung mit Verbündeten und beschleunigte Lieferungen
Norwegen handelt nicht allein: Gemeinsam mit Dänemark, Deutschland und Kanada werden neue Raketen im Rahmen des Programms PURL (Patriot Unit Replacement and Logistics) direkt bei einem Werk in den USA bestellt. Die Produktions- und Lieferzeiten für neue Munition können jedoch lang sein. Um Verzögerungen zu vermeiden, plant die norwegische Regierung, einen Teil der Raketen von Ländern zu erwerben, die bereits Vorräte haben – dies wird die Lieferungen an die Ukraine beschleunigen.
„Der Kampf der Ukraine ist unser Kampf“
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre betonte die strategische Bedeutung der Unterstützung Kiews: „Der Kampf der Ukraine um ihre Verteidigung ist unser Kampf um unsere Verteidigung. Die Ukraine steht täglich russischen Angriffen gegenüber. Russland greift weiterhin Menschen, ukrainische Städte und Energieinfrastruktur an. Der Ukraine gelingt es, die meisten Drohnen und Marschflugkörper abzufangen, doch sie benötigt eine stärkere Abwehr gegen ballistische Raketen“.
Investitionen in die Zukunft: Gemeinsame Entwicklung von Systemen
Neben dem Kauf fertiger Raketen stellt Norwegen auch Mittel für die Teilnahme an einer ukrainischen Initiative zur gemeinsamen Entwicklung von Anti-Ballistischen-Raketen-Systemen mit Europa bereit. Dies ist ein langfristiger Schritt zur Schaffung effizienterer und anpassungsfähigerer Lösungen zum Schutz des Himmels.
Kritischer Mangel an Abfangraketen
Die Lage an der Front bleibt angespannt. Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Sergej „Flash“ Beskrestnow berichtete zuvor, dass das Land faktisch keine Raketen zur Abfangung russischer ballistischer Ziele mehr habe. Gleichzeitig bewerten die an Russland grenzenden Länder – einschließlich Deutschlands – die Bedrohung als hoch und sind nicht bereit, ihre eigenen Vorräte an dieser Munition abzugeben.
Internationale Unterstützung und Perspektiven
Die Ukraine hat bereits von Kanada ein großes Paket zur Himmelsverteidigung erhalten, und in naher Zukunft sind weitere militärische Hilfsgüter erwartet. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass bei seinem Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump auf dem Gipfel in der Türkei die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr, insbesondere die Lieferung zusätzlicher Patriot-Flugabwehrsysteme, eines der Hauptthemen sein wird.
Die Unterstützung durch Norwegen und andere Verbündete wird zu einem Schlüsselelement für die Sicherheit der Ukraine angesichts der anhaltenden Aggression. Schnelle Raketenlieferungen und Investitionen in die Entwicklung neuer Systeme können zum entscheidenden Faktor für die Fähigkeit des Landes werden, ballistischen Bedrohungen standzuhalten.