Im Norden des vorübergehend besetzten Krim-Halbinsel hat sich eine großwellige Welle der Nothilfe entfaltet. Einheimische, Wohltätigkeitsorganisationen und Vertreter der Wirtschaft haben ihre Kräfte vereint, um humanitäre Hilfe zu sammeln, bei der gewöhnliches Trinkwasser zum wichtigsten Gut wurde. Die von Nutzern sozialer Medien initiierte Initiative gewinnt angesichts des kritischen Ressourcenmangels in der Region schnell an Fahrt.
Krise bei der Wasserversorgung und Stromversorgung
Die Lage in der Region hat sich nach ukrainischen Luftangriffen verschärft, die der Infrastruktur schwere Schäden zugefügt haben. Laut der Nachrichtenagentur „Agentstvo. Novosti“ werden Probleme mit der Wasserversorgung seit dem 8. Juli registriert, und Stromausfälle dauern bereits seit mehr als einer Woche an. Unter solchen Bedingungen ist der Zugang zu sauberem Wasser zu einer lebenswichtigen Notwendigkeit geworden, die zentralisiert nicht gewährleistet werden kann.
Aufrufe zur Sammlung von Hilfe tauchten mindestens seit Montag in sozialen Medien auf. Als eine der ersten Organisationen rief „Wir zusammen – Sewastopol“ zum Handeln auf. In ihrer Mitteilung stellten sie fest, dass es den Menschen derzeit nicht einfach geht und Unterstützung benötigt wird, wobei sie den Schwerpunkt darauf legten, dass Wasser das Wichtigste ist.
Freiwilligen-Resonanz und Geschwindigkeit der Hilfe
Der Fonds „Açyкъ yurekler“ („Offene Herzen“) schloss sich der Sammlung schnell an und erklärte, dass für viele Familien ein Glas Wasser heute zu einem echten Schatz geworden ist. Ähnliche Aktionen organisierten Privatpersonen und Unternehmen. Die Wirksamkeit der Hilfe wird durch reale Fakten vor Ort bestätigt.
Der Trainer des Kyokushin-Verbands, Denis Tratschuk, berichtete, dass er Wasser bereits persönlich an die Einwohner von Dschanкой verteilt hat. Nach seinen Worten wurde etwa eine Tonne Wasser – rund 200 fünf Liter große Flaschen – in nur 20 Minuten abgeholt. Tratschuk beschrieb das Szenario der Verteilung: Er hielt in einem Wohnviertel neben einem Supermarkt an, öffnete das Auto und bot Passanten Wasser an. Dank des „Botschafter-Effekts“ begannen die Menschen schnell, heranzukommen und Wasser für ihre Familien zu holen, meist zwei Flaschen, manchmal auch mehr. Bei der nächsten Fahrt plant der Freiwillige bereits eineinhalb Tonnen Wasser zu liefern.
Fehlen einer zentralisierten Unterstützung
Trotz der Aktivität der Freiwilligen konnten keine Meldungen der lokalen Behörden über eine zentrale Ausgabe humanitärer Hilfe gefunden werden. Nur das Rote Kreuz Russlands berichtete über die Unterstützung von Behinderten und Umsiedlern. Gleichzeitig tauchen in sozialen Medien Zeugnisse von Einwohnern auf, die die schwierige Lage bestätigen.
In einem veröffentlichten Video berichtete eine Einwohnerin der Krim, dass es in Krasnoperekopsk bereits seit der zweiten Woche weder Strom noch Wasser gibt. Dies bestätigt das Ausmaß des Problems, das einen erheblichen Teil der Bevölkerung der Region betrifft.
Ursache der Krise: Angriff auf das Wärmekraftwerk Balaklawa
Der Hintergrund der aktuellen Situation sind Angriffe auf die Energieinfrastruktur. In der Nacht zum 14. Juli führten Einheiten von Deep Strike der ukrainischen Spezialkräfte zusammen mit dem Untergrund der Widerstandsbewegung der SSO einen Drohnenangriff auf das Wärmekraftwerk Balaklawa im besetzten Sewastopol durch. Nach vorläufigen Angaben wurde durch den Angriff der Maschinenraum zusammen mit dem Kühlsystem einer der Gasturbinen Siemens SGT5-2000E beschädigt. Die Beschädigung dieses Schlüsselelements führte zu Kaskadenausfällen in der Stromversorgung und folglich auch in der Arbeit der Pumpstationen, die die nördlichen Gebiete der Halbinsel mit Wasser versorgen.