Der ukrainische Logistikdienstleister „Nova Poshta“ hat die Erweiterung seines Netzes an Sortierzentren im gesamten Land angekündigt. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die Sortierkapazitäten zu erhöhen, damit Pakete und Frachten in der Ukraine ununterbrochen transportiert werden können. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die offizielle Mitteilung des Dienstleisters. Parallel dazu hat „Nova Poshta“ die Suche nach langfristigen Partnern gestartet: an Unternehmern, Inhabern von Logistikzentren und Lagerimmobilien, die bereit sind, sich an der Entwicklung des Netzes zu beteiligen.

Warum der Dienstleister neue Sortierkapazitäten benötigt

Laut Unternehmen ist das Hauptziel, die Durchsatzkapazität der Sortierung zu steigern, um die Stabilität der Zustellung auch unter erhöhter Last auf die Logistik aufrechtzuerhalten. Sortierzentren, so erinnert der Dienstleister, werden regelmäßig zum Ziel feindlicher Beschuss; die Zerstörung von Knotenobjekten und die Umstellung der Logistikprozesse führen bereits zu zusätzlichen Verzögerungen bei der Zustellung. In diesem Zusammenhang wird der Ausbau eines dezentralen Netzes an Sortierpunkten als Mittel zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des gesamten Systems betrachtet.

Zwei Formen der Zusammenarbeit

Die erste Form richtet sich an Unternehmer, die Partner bei der Errichtung und dem Betrieb eines Sortierzentrums werden können. Ihre Aufgabe besteht im Empfang von Frachten und Paketen, deren Verteilung auf die jeweiligen Richtungen und die anschließende Versendung. „Nova Poshta“ stellt den Partnern ihrerseits einen fertigen Frachtstrom zur Verfügung, sodass sie selbst keine Kunden akquirieren müssen. Die Partner erhalten eine Vergütung für jedes verarbeitete Paket, ein fertiges Geschäftsmodell, Standards und technologische Lösungen sowie operative Unterstützung auf allen Arbeitsstufen mit schrittweiser Steigerung der Volumina. Die konkreten Anforderungen an die Fläche, die Zahl der Mitarbeiter und die Ausrüstung werden laut Unternehmen auf der Grundlage des prognostizierten Frachtstroms des jeweiligen Standorts bestimmt.

Die zweite Form richtet sich an Inhaber von Lager- und Gewerbeimmobilien, die ihre Objekte „Nova Poshta“ zur Miete anbieten können. Die Hauptanforderung ist eine Fläche von mindestens 500 m²; solche Objekte können als Sortierzentren oder Frachtstellen genutzt werden. Den Inhabern bietet der Dienstleister eine langfristige Zusammenarbeit und ein stabiles Einkommen an und weist darauf hin, dass eine Risikoversicherung vorgesehen ist; die konkreten Mietbedingungen werden individuell vereinbart. Die Wahl der Form und die Einreichung einer Bewerbung sind auf der Website des Unternehmens möglich.

Wo das Unternehmen Objekte sucht

Am meisten interessiert „Nova Poshta“ an Räumlichkeiten in Kiew, in der Oblast Kiew und in den östlichen Regionen der Ukraine. Genau in diesen Richtungen ist, nach Logik des Dienstleisters, die stärkste Verstärkung der Sortier- und Frachtinfrastruktur für die Aufrechterhaltung eines ununterbrochenen Paketflusses erforderlich.

Kontext: Angriffe auf die Logistikinfrastruktur

Die Erweiterung des Netzes erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf die Logistik. In der Nacht auf den 5. August feuerte Russland 28 Raketen auf die Ukraine, darunter ballistische „Iskander-M“, sowie 115 Schlagdrohnen. Infolge dieses Angriffs wurde, wie berichtet wird, das Sortierzentrum von „Nova Poshta“ in Kiew vollständig zerstört. Der Dienstleister warnt die Ukrainer vor möglichen Zustellverzögerungen infolge der Zerstörung der zentralen Sortierzentren und der Notwendigkeit, die Logistikprozesse umzustellen.

Widersprüchliche Angaben

In den numerischen und faktischen Parametern sind zwischen der offiziellen Mitteilung des Unternehmens und den Angaben spezialisierter Medien (RBC-Ukraine, Delo, Deny, UNIAN) keine Abweichungen festgestellt worden: Die Anforderungen an die Fläche (ab 500 m²), die Prioritätsregionen und die zwei Formen der Zusammenarbeit stimmen überein. Der Unterschied ist eher rahmenartiger Natur: In der öffentlichen Mitteilung wird der Schritt als proaktive Erweiterung des Netzes zur Steigerung der Kapazitäten dargestellt, während der operative Kontext die Wiederherstellung nach der Zerstörung von Knoten-Sortierzentren durch Angriffe ist. Beide Versionen beschreiben denselben Prozess aus verschiedenen Perspektiven und widersprechen sich in Zahlen und Daten nicht.