Die New York Fashion Week (NYFW) fand erstmals mit einem offiziell eingeführten Verbot von Tierpelz statt, der auf Farmen gezüchtet oder speziell für die Felle gefangen und getötet wird. Die neue Regelung gilt laut Wave RBC.UA für die Kollektionen des offiziellen Laufsteg-Kalenders, doch pelzige Stücke verschwanden nicht vollständig von den Runways: Entscheidend ist der Ursprung des Materials, nicht sein Aussehen. Die Entscheidung wurde vom Council of Fashion Designers of America (CFDA) getroffen und tritt im September 2026 in Kraft, wenn die Marken die Kollektionen für die Saison Frühling/Sommer 2027 präsentieren.
Was genau unter das Verbot fällt
Betroffen ist der Pelz von Tieren, die auf Farmen gezüchtet oder für ihre Felle gefangen und getötet werden. In der Liste der CFDA-Erklärung sind Nerz, Fuchs, Kaninchen, Chinchilla, Kojote, Waschbär sowie Karakul aufgeführt. Die Organisation kündigte an, dieses Material künftig nicht mehr über den offiziellen Kalender, die eigenen Social-Media-Kanäle und die Website zu fördern. Kunstpelz fällt nicht unter die neue Einschränkung, und laut Vogue bleibt auch Schafwolle mit behaarter Decke erlaubt. Ein pelziges Mantelstück oder Accessoire auf dem Laufsteg bedeutet daher nicht automatisch einen Verstoß – das entscheidende Kriterium ist der Ursprung des Rohstoffs.
Zeitleiste und Ausnahmen
Die CFDA hatte bereits am 3. Dezember 2025 über die Entscheidung informiert, damit die Designer Materialien und Laufstegpläne vor dem Saisonstart anpassen konnten. Die Regelung definiert die Bedingungen für die Kollektionen des offiziellen NYFW-Kalenders und stellt kein allgemeines Verbot des Pelztragens in New York dar. Eine separate Ausnahme gilt für Pelz, den indigene Völker im Rahmen der traditionellen Jagd zur Deckung der Lebensbedürfnisse ihrer Gemeinschaften erlangen. Die Entscheidung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der CFDA mit den Tierschutzorganisationen Humane World for Animals und Collective Fashion Justice.
Position der Branche und Reaktion der Marken
Laut CFDA-Präsident und CEO Steven Kolb war auf diesen Shows bereits wenig Naturpelz zu sehen, und die Verbraucher „lehnen Produkte ab, die mit Tierquälerei in Verbindung stehen“. Die Organisation erklärte, sie wolle die Designer ermutigen, die Auswirkungen der Modeindustrie auf Tiere genauer zu betrachten. Einige Teilnehmer, darunter Coach und Michael Kors, hatten Pelz bereits vor der allgemeinen Regelung abgeschafft. Für den Wechsel zu alternativen Materialien verspricht die CFDA den Designern Schulungsressourcen und Zugang zu einer Materialbibliothek.
Bedeutung für den Markt
Die eingeführte Einschränkung bestätigt einen Trend, den die Modeindustrie in den letzten Jahren entwickelt hat: Große Häuser und Einzelhändler reduzieren konsequent den Einsatz von Naturpelz, orientiert an den Erwartungen des Publikums und dem Druck von Tierschutzorganisationen. Für die NYFW bedeutet das, dass ab der Saison Frühling/Sommer 2027 pelzige Looks auf dem Laufsteg überwiegend synthetisch oder aus erlaubten Materialien ausgeführt werden, was einen neuen Standard für die anderen Modewochen setzt, die zunehmend ähnliche Regeln folgen.