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title: "«Lass die Sonne immer scheinen» als Grund für ein Verbot: Wie der Oberste Gerichtshof «Jabloko» 2026 von den Wahlen ausschloss"
description: "🚨 Der Oberste Gerichtshof der RF hat «Jabloko» von den Wahlen ausgeschlossen wegen des Liedes «Lass die Sonne immer scheinen» und 16.900 Rubel ausländischer Finanzierung. Politische Farce im August 2026! 🇷🇺 #Jabloko #Wahlen2026 #Politik"
date: 2026-08-12T16:00:59.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/oberster-gerichtshof-jabloko-2026-de
tags: [russia, elections, yabloko, supreme-court, political-scandal]
publisher: "XAB.info"
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# «Lass die Sonne immer scheinen» als Grund für ein Verbot: Wie der Oberste Gerichtshof «Jabloko» 2026 von den Wahlen ausschloss

![Ein Richterhammer zerschmettert das Logo der Partei 'Yabloko' und ein Sonnensymbol, was das Verbot der Teilnahme an den Wahlen 2026 illustriert](https://xab.info/media/2026/08/12/verkhovnyy-sud-ryabloko-2026/verkhovnyy-sud-ryabloko-2026-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Der Oberste Gerichtshof der RF schloss «Jabloko» von den Wahlen wegen Urheberrechtsverletzung am Lied «Lass die Sonne immer scheinen» aus.
- Der Vorwurf der ausländischen Finanzierung belief sich auf nur 16.900 Rubel.
- Die Nutzung von Facebook wurde als Extremismus eingestuft.
- Der plötzliche Anstieg der Popularität von «Jabloko» löste Panik im System aus.
- Die juristischen Gründe für den Ausschluss der Partei wirken konstruiert und absurd.

Der August 2026 ging in die Geschichte der russischen politischen Satire ein, leider jedoch nicht als humorvoller Monat, sondern als Zeit, in der das Justizsystem einen beispiellosen Grad an Absurdität demonstrierte. Am 10. August fasste der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation einen Beschluss, den viele Experten bereits als «Fall des Jahrhunderts» oder «politischen Farce» bezeichnen. Die Partei «Jabloko» wurde von den Duma-Wahlen ausgeschlossen, und zwar aus Gründen, die in einem anderen Kontext wie ein Szenario für eine Satiresendung wirken würden, in der Realität jedoch zu einem Instrument des politischen Kampfs wurden.

### Der Krieg gegen die «Sonne» und die sowjetische Klassik

Einer der zentralen Gründe für das Verbot war der Vorwurf der «schwerwiegenden Urheberrechtsverletzung». Die Richter stellten Verstöße bei der Verwendung einer Zeile aus dem legendären sowjetischen Lied «Lass die Sonne immer scheinen» fest, die ein Journalist während eines Interviews mit Grigori Jawlinski zitiert hatte. Nach Ansicht des Gerichts handelte es sich dabei um eine unrechtmäßige Nutzung geistigen Eigentums im Rahmen der Wahlwerbung. Die Situation wurde dadurch noch pikant, dass Michail Ostrowski, der Sohn und rechtmäßige Erbe des Komponisten, der Presse öffentlich erklärte, er habe absolut nichts dagegen und erlaube «Jabloko» persönlich, das Lied seines Vaters zu verwenden. Das Gericht ignorierte diese Erklärung jedoch.

Zudem wurde der Partei die unrechtmäßige Verwendung des Satzes «Nur keine Krieg» aus dem Stück «Fünf Abende» von Alexander Wolodin vorgeworfen. Das Gericht wertete dies als piratisches Zitieren ohne Zustimmung der Rechteinhaber. Sogar ein von einer KI generiertes Bild wurde zum Anlass für Anschuldigungen. Das Gericht war der Ansicht, dass die Nutzung von ChatGPT und Bildgeneratoren ohne Lizenzvertrag mit dem US-Konzern OpenAI eine direkte Urheberrechtsverletzung darstelle, die für einen Duma-Kandidaten unzulässig sei.

### Ausländische Finanzierung in Höhe von 16.900 Rubel

Der Finanzblock der Anklage, der vom Zentralen Wahlkomitee und Rosfinmonitoring vorbereitet wurde, wirkt nicht weniger komisch. Rosfinmonitoring deckte auf, dass «Jabloko» 72 Vertragspartner (technische Auftragnehmer, Druckereien, regionale Mitarbeiter) hat, auf deren private Konten in den letzten zwei Jahren Überweisungen aus dem Ausland eingegangen waren – von Verwandten, durch den Verkauf privater Aktien oder aus alten Ersparnissen. Insgesamt wurden dort etwa 80 Millionen Rubel gezählt. Von all diesen Personen haben nur 7 Personen Spenden in den offiziellen Wahlfonds der Partei überwiesen. Die Gesamtsumme der «kriminellen» ausländischen Finanzierung, aufgrund derer die gesamte Partei ausgeschlossen wurde, belief sich auf 16.900 Rubel. Es handelte sich um winzige Spenden von russischen Staatsbürgern, die sich vorübergehend im Ausland aufhielten.

### Facebook-Extremismus

Da Meta in Russland als extremistische Organisation eingestuft ist, wertete das Gericht das Platzieren von Links zu Wahlwerbematerialien der Partei auf Facebook (selbst durch normale Nutzer oder regionale Aktivisten) als «Nutzung der Infrastruktur einer extremistischen Organisation für politische Aktivitäten». Dies wurde zu einem weiteren Grund für die Anschuldigungen und schließlich zum Ausschluss der Partei von den Wahlen.

### Widersprüchliche Daten

Einerseits besteht der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation darauf, dass alle Vorwürfe gegen «Jabloko» auf einer strengen Einhaltung der Gesetzgebung beruhen. Andererseits sind viele Experten und Politikwissenschaftler der Ansicht, dass diese Vorwürfe konstruiert sind und für politischen Druck verwendet werden. So erklärte Michail Ostrowski beispielsweise öffentlich, dass er nichts gegen die Verwendung des Liedes seines Vaters habe, doch das Gericht ignorierte diese Erklärung. Auch wirft der Umstand Fragen auf, dass die Gesamtsumme der «kriminellen» ausländischen Finanzierung nur 16.900 Rubel betrug, was für einen so schweren Vorwurf eine unbedeutende Summe zu sein scheint.

### Analytischer Kontext: Warum war dieser Schlamassel möglich?

Politologen und Fachmedien (einschließlich «Werstka» und BBC) sind sich einig, dass die Absurdität der Gründe direkt die Eile und Panik innerhalb des Systems beweist. Ursprünglich hatte der innenpolitische Block des Kremls die Zulassung von «Jabloko» zu den Wahlen genehmigt. Die Logik war einfach – die Partei ohne charismatische Führer würde ihre üblichen 1–1,5 % erzielen, was es erlauben würde zu behaupten: «Schauen Sie, die anti-kriegsführenden Stimmungen in Russland werden von einer absoluten Minderheit geteilt, sie sind marginal». Der Plan scheiterte jedoch, als geheime soziologische Umfragen (insbesondere Russian Field) einen starken Anstieg der Popularität der Partei in den Großstädten feststellten. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Zunahme der Angst in der Gesellschaft (aufgrund ständiger Drohnenangriffe und Gerüchte über eine neue Mobilisierung) wurde «Jabloko» mit seinem ultrakurzen Programm aus 43 Wörtern («Für ein Abkommen über einen Waffenstillstand und Frieden») zum einzigen legalen Weg für Protestwahlen. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war der öffentliche Aufruf von Julia Nawalnaja und anderer politischer Emigranten, sich zu vereinen und für die «Zweite Nummer» auf dem Stimmzettel zu stimmen (die Nummer, die «Jabloko» beim Losverfahren des ZWK gezogen hatte). Die Sicherheitskräfte und die Präsidentschaftskanzlei erkannten, dass es nach einem unkontrollierten Referendum gegen die aktuelle Politik roch, und schalteten den Notausschluss ein. Da die Stimmzettel bereits gedruckt waren, musste die juristische Ursache buchstäblich innerhalb weniger Tage aus dem Finger gesaugt werden – so entstand der historische Fall zum Schutz der Urheberrechte an dem Satz «Lass die Sonne immer scheinen».

## ❓ FAQ

### Q: Warum hat der Oberste Gerichtshof «Jabloko» von den Wahlen ausgeschlossen?
**A:** Der Oberste Gerichtshof schloss «Jabloko» von den Wahlen wegen Urheberrechtsverletzung am Lied «Lass die Sonne immer scheinen» und wegen des Vorwurfs der ausländischen Finanzierung aus.

### Q: Wie hoch war die Summe der ausländischen Finanzierung, aufgrund derer «Jabloko» ausgeschlossen wurde?
**A:** Die Gesamtsumme der «kriminellen» ausländischen Finanzierung belief sich auf 16.900 Rubel.

### Q: Warum wurde die Nutzung von Facebook als Extremismus eingestuft?
**A:** Meta ist in Russland als extremistische Organisation eingestuft, daher wird das Platzieren von Links zu Wahlwerbematerialien der Partei auf Facebook als Nutzung der Infrastruktur einer extremistischen Organisation gewertet.