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title: "Der Oberste Gerichtshof von New York hat ein Modigliani-Gemälde den Erben eines jüdischen Händlers zurückgegeben, das von den Nazis geraubt wurde"
description: "Der Oberste Gerichtshof von New York hat den Sammler David Nahmad verpflichtet, ein Modigliani-Gemälde an die Erben eines jüdischen Händlers zurückzugeben, das von den Nazis geraubt wurde. 🎨⚖️ Das Gericht sprach dem Auktionshaus Christie's die Schuld an der Verfälschung der Fakten zur Herkunft des Loses zu. Das Meisterwerk wird auf 30 Millionen Dollar geschätzt."
date: 2026-06-26T18:12:05.000Z
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# Der Oberste Gerichtshof von New York hat ein Modigliani-Gemälde den Erben eines jüdischen Händlers zurückgegeben, das von den Nazis geraubt wurde

![Gemälde von Amedeo Modigliani „Mann im Hut“, vom Obersten Gerichtshof von New York an die Erben eines jüdischen Händlers zurückgegeben, dem es von den Nazis gestohlen wurde](https://xab.info/media/2026/06/26/sud-nyu-yorka-vernul-kartinu-modilyani-naslednikam/sud-nyu-yorka-vernul-kartinu-modilyani-naslednikam-1.webp)

Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates New York hat eine historische Entscheidung gefällt, die einen der prominentesten Rechtsstreitigkeiten in der Kunstwelt beendete. Das Gericht ordnete an, dass der bekannte Sammler David Nahmad das Gemälde „Sitzender Mann mit Stock“ (1918) von Amedeo Modigliani an die Erben des ursprünglichen Besitzers zurückgeben muss. Das Gemälde, das auf 25 bis 30 Millionen Dollar geschätzt wird, muss innerhalb von 30 Tagen übergeben werden.

Die Entscheidung, die von Richter Joel M. Cohen gefällt wurde, setzte den Schlusspunkt unter ein 11-jähriges Verfahren, das 2015 eingeleitet wurde. Die Kläger waren die Erben von Oscar Stettiner – einem britischen Staatsbürger jüdischer Abstammung, der vor dem Zweiten Weltkrieg eine Galerie in Paris besaß.

### Tragische Geschichte des Verlusts

Der Rechtsstreit stützte sich auf Archivdokumente, die die Besitzkette des Meisterwerks über acht Jahrzehnte rekonstruierten. 1939, vor der Besetzung Frankreichs, musste Oscar Stettiner Paris verlassen und sein Vermögen zurücklassen. 1944, im Rahmen der Politik der „Arisierung“, stellte ein von den Besatzungsmächten ernannter Verwalter das Gemälde auf einer Zwangsauktion aus. Der Käufer war ein französischer Kollaborateur.

Nach dem Krieg erklärte ein französisches Gericht 1946 den Verkauf von 1944 für ungültig und ordnete die Rückgabe des Gemäldes an Stettiner an. Zum Zeitpunkt des Urteils hatte der Käufer das Gemälde jedoch bereits weiterverkauft, vermutlich an einen Offizier der US-Armee, und sein Verbleib blieb unbekannt. Oscar Stettiner starb 1948, ohne sein Schatzstück wiederzusehen.

### Streit über das Eigentumsrecht

Das Gemälde tauchte 1996 wieder auf, als die Auktionsfirma Christie's es in London versteigerte. Für 2,2 Millionen Pfund Sterling erwarb es die Firma International Art Center (IAC). Lange Zeit wurde das Gemälde in einem spezialisierten Freihafen in Genf gelagert.

Während des Verfahrens versuchte die Verteidigung von David Nahmad, seine Rechte zu verteidigen, indem sie auf den guten Glauben beim Erwerb bei einer öffentlichen Auktion und das Fehlen von Informationen über die problematische Vergangenheit des Gemäldes verwies. Die Anwälfe bezweifelten auch die Identität des Objekts und wiesen auf mögliche Ungenauigkeiten in den Katalogen der 1930er und 1940er Jahre hin.

Richter Cohen wies diese Argumente jedoch zurück. Gutachten bestätigten, dass auf der Rückseite der Leinwand das originale Etikett mit dem Familiennamen der Familie Stettiner sowie Eintragungen zur Ausstellung auf der Biennale Venedig 1930 erhalten geblieben waren. Auf der Rückseite eines Archivfotos aus dem Jahr 1950 wurde die Aufschrift „gestohlen“ gefunden.

### Die Rolle des Auktionshauses und das Urteil

Dem Urteil wurde besondere Aufmerksamkeit auf die Rolle des Auktionshauses Christie's geschenkt. Laut den Akten hat das Auktionshaus „vorsätzlich oder fahrlässig“ ungenaue und unvollständige Daten zum Provenienz des Loses im Katalog von 1996 bereitgestellt. Dieser Fehler war ein Schlüsselfaktor, der den Verkauf ermöglichte.

Das Gericht stellte auch fest, dass David Nahmad persönlich nicht an der Verschleierung des Gemäldes in den Nachkriegsjahren beteiligt war, da er es erst 1996 erwarb. Dennoch wurde gemäß dem US-Gesetz zur Rückgabe von während des Holocaust geraubten Kunstwerken (HEAR Act) das Vorrangsrecht des Eigentums den Erben von Stettiner zugesprochen.

Die Pressestelle von Nahmad hat bereits die Bereitschaft bestätigt, die gerichtliche Anordnung zu befolgen und das Meisterwerk an die rechtmäßigen Eigentümer zu übergeben.