Der Oberste Rabbiner der Ukraine, Mosche Reuven Asmann, erklärte in einem exklusiven Interview mit RBC-Ukraine, dass er die lügenhaften Narrative der russischen Propaganda zur sogenannten „Entnazifizierung“ der Ukraine seit Beginn des großangelegten Krieges systematisch widerlegt. Seiner Aussage nach gab es weder damals noch heute irgendwelche Grundlage für derartige Behauptungen. „Ich habe gesagt, dass die Ukraine ein demokratisches Land ist, hier gibt es Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit. Und alle Nationen lebten und leben hier frei: seien es Juden, Russen, Tataren oder andere. Und niemand hat Russland gebeten, für die ‚Entnazifizierung‘ zu kommen“, betonte der geistliche Führer. Er wies außerdem darauf hin, dass die ukrainische Parlamentarier keine nationalistischen Parteien in ihrer Zusammensetzung umfasst, was den propagandistischen тезис über ein „nationalsozialistisches Regime“ innerlich widersprüchlich macht.
Reaktion auf resonante Gerichtsverfahren
Ein eigener Block des Interviews ist der grundlegenden Abgrenzung der offiziellen Position der jüdischen Gemeinde und der privaten Schritte ihrer Vertreter gewidmet. Asmann reagierte scharf auf die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Obersten Antikorruptionsgericht (WAKS), als der Rabbiner Jonatan Markowitsch öffentlich seine Bereitschaft erklärte, die ehemalige stellvertretende Leiterin des Präsidialamts, Irina Mudra, auf Kaution zu übernehmen. Nach Einschätzung des Obersten Rabbiners war dies eine ausschließlich persönliche Initiative Markowitschs, die die Position der gesamten jüdischen Gemeinschaft der Ukraine nicht widerspiegelt. Asmann betonte, dass die Nutzung des religiösen Status in resonanten Gerichtsverfahren ein fehlerhaftes Vermischen der Rollen darstelle und nicht als Position der Gemeinde insgesamt betrachtet werden könne.
Antisemitismus: Vergleich mit dem Westen
Im Rahmen desselben Gesprächs bewertete der Oberste Rabbiner der Ukraine das Niveau des Antisemitismus im Land als deutlich niedriger als in den USA und in Europa. Diese Aussage, die im Interview mit RBC-Ukraine getätigt wurde, wurde in einem separaten Beitrag des Mediums zusätzlich bestätigt, in dem Asmann direkt auf den statistischen und sozialen Vorteil des ukrainischen Umfelds in Bezug auf die Toleranz gegenüber der jüdischen Bevölkerung hinwies. Somit wird das propagandistische Narrativ von der „nationalsozialistischen Ukraine“ nicht nur durch die Gesetzgebung und die politische Struktur des Staates nicht bestätigt, sondern auch durch das tatsächliche Niveau des interethnischen und interreligiösen Zusammenlebens widerlegt.
Diplomatische Aktivität und internationaler Kontext
Neben der inneren Position engagiert sich Asmann aktiv in der diplomatischen Arbeit zur Unterstützung der Ukraine auf der internationalen Bühne. Im großen Interview erzählte er ausführlich über die Arbeit mit den amerikanischen Eliten, über die Folgen des Krieges zwischen Israel und dem Iran für die Ukraine sowie über die Organisation des Besuchs des Pastors Mark Burns aus dem geistlichen Rat des US-Präsidenten Donald Trump. Diese Initiativen belegen, dass die jüdische Gemeinde der Ukraine nicht nur ein innerer Institution ist, sondern auch ein aktiver Teilnehmer des internationalen Dialogs, der die öffentliche Meinung in den Schlüssel-Verbündetenländern formt.
Anerkennung der Freiwilligenarbeit
Für die systematische Freiwilligenarbeit und die Gewinnung der weltweiten Aufmerksamkeit für die russische Aggression wurde Mosche Reuven Asmann mit dem Orden „Für Verdienste“ II. Klasse ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde zu einer Bestätigung dafür, dass die öffentliche Position des geistlichen Führers den Rahmen der konfessionellen Tätigkeit überschreitet und einen erheblichen Beitrag zum informationellen Widerstand und zur diplomatischen Unterstützung des Staates unter Bedingungen des andauernden Konflikts leistet.