In Odessa entbrennt ein Skandal im Zusammenhang mit der Organisation öffentlicher Aufträge für das Bildungssystem. Die Ermittlungen haben Fälle von Dienstpflichtverletzung durch eine ehemalige Beamtin aufgedeckt, die für die Ausstattung von Schulen mit Multimedia-Geräten verantwortlich war. Vorläufigen Berichten zufolge haben die Handlungen des Beamten zu erheblichen finanziellen Verlusten für den städtischen Haushalt geführt.
Das Wesen des Vorfalls
Laut den von der Pressestelle der Oblaststaatsanwaltschaft Odessa veröffentlichten Unterlagen ereignete sich der Vorfall im Mai 2024. Die Beschuldigte war eine Frau, die die Fragen der öffentlichen Aufträge in einem der Stadtbezirke betreute. Zu ihren Aufgaben gehörte die Festlegung der Kosten und die Organisation des Kaufs von Fernseh- und audiovisuellem Equipment für Bildungseinrichtungen.
Im Rahmen dieser Aufgabe war die Beschaffung von 106 Multimedia-Komplexen geplant. Diese Komplexe sollten interaktive Whiteboards und Projektoren umfassen – Ausrüstung, die für die Modernisierung der Schulräume notwendig ist. Zur Umsetzung des Projekts wurden im System der öffentlichen Aufträge offene Ausschreibungen ausgeschrieben.
Finanzielle Verluste des Haushalts
Nach Abschluss der Ausschreibung schloss die kommunale Einrichtung des Stadtrats von Odessa einen Vertrag mit einem privaten Unternehmen ab. Die Gesamtkosten des Vertrags zur Lieferung der Ausrüstung beliefen sich auf mehr als 6,8 Millionen Hrywnja. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden wurde das Beschaffungsverfahren jedoch mit Verstößen durchgeführt.
Experten stellten fest, dass die Ausrüstung zu überhöhten Preisen erworben wurde. Infolgedessen erlitt die Gemeinde Verluste, die auf mehr als zwei Millionen Hrywnja geschätzt werden. Diese Mittel wurden aufgrund des Handelns des Beamten ineffizient ausgegeben.
Strafverfolgung
Der ehemaligen Beamtin wurde offiziell der Verdacht mitgeteilt. Ihr wird die Begehung einer Straftat gemäß Teil 2 des Artikels 367 des Strafgesetzbuchs der Ukraine vorgeworfen – Dienstpflichtverletzung mit schwerwiegenden Folgen.
Die Strafvorschrift dieses Artikels sieht eine strenge Bestrafung vor: Freiheitsentzug für einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren. Darüber hinaus kann dem Verurteilten verboten werden, bestimmte Ämter für bis zu drei Jahre auszuüben. Derzeit läuft die vorgerichtliche Untersuchung.
Der Vorfall in Odessa ist im Kontext der Bekämpfung von Diebstahl von Haushaltsmitteln kein Einzelfall. Zuvor wurde dem amtierenden Direktor einer der höheren Berufsschulen in Nikolajew und drei seiner Bekannten ebenfalls der Verdacht des Diebstahls von Staatsgeldern mitgeteilt.