Der Immobilienmarkt in Odessa zeigt eine paradoxe, aber stabile Tendenz: Die Preise steigen weiter, trotz begrenzter Nachfrage aufgrund von Sicherheitsrisiken. Die Preisdynamik zeigt sich sowohl auf dem Sekundärmarkt als auch im Segment der Neubauprojekte, wobei der stärkste Anstieg jedoch im Mietsektor zu verzeichnen ist.

Sekundärmarkt: Wohnungen werden teurer, Prymorskyj führt bei den Preisen

Auf dem Sekundärmarkt der Immobilien in Odessa steigen die Preise beständig. Im letzten Jahr erreichte der Medianpreis für eine Einzimmerwohnung 49.000 Dollar (+13 %), für eine Zweizimmerwohnung 70.000 Dollar (+11 %) und für eine Dreizimmerwohnung 90.000 Dollar (+6 %).

Der teuerste Stadtteil bleibt der Prymorskyj-Rajon. Hier erreicht der Medianpreis für eine Dreizimmerwohnung 136.000 Dollar, was die stadtweiten Durchschnittswerte deutlich übersteigt.

Auch im Segment des privaten Wohnraums ist eine positive Dynamik zu beobachten. Der Medianpreis für Einfamilienhäuser ist im Jahresverlauf um 6,67 % gestiegen. Der Preis pro Quadratmeter variiert je nach Lage zwischen 719 und 1.250 Dollar.

Neubauten: Business-Klasse steigt um 22 %

Die Preise für Neubauten in Odessa zeigen eine unterschiedliche, aber insgesamt aufwärts gerichtete Dynamik. In den letzten sechs Monaten wurde der stärkste Preisanstieg im Business-Segment verzeichnet – um 22 % in Dollar (auf 1.340 Dollar pro qm). Gleichzeitig blieb der Preis für Wohnungen im Komfort-Segment nahezu unverändert (-1 %).

Auch die geografische Verteilung der Preise auf dem Primärmarkt ist ungleich. Der höchste medianale Startpreis wurde im Prymorskyj-Rajon verzeichnet – 1.500 Dollar pro qm, während er im Chadschibei-Rajon bei 800 Dollar pro qm liegt.

Mietmarkt: Das aggressivste Wachstum

Der Mietsektor zeigte in den letzten sechs Monaten das deutlichste Wachstum. Einzimmerwohnungen verteuerten sich um 2.000 Hrywnja, Zweizimmerwohnungen um 36 %. Stand Juni 2026 haben die Medianmieten neue Höchststände erreicht, was die hohe Nachfrage nach temporären Wohnraum widerspiegelt.

Erwartungen der Käufer

Trotz der steigenden Preise bleiben die Käufer zurückhaltend optimistisch. Laut Umfragen von LUN, die im Winter 2026 durchgeführt wurden, erwarten 35 % der Käufer auf dem Sekundärmarkt und 43 % auf dem Primärmarkt, dass die Preise in naher Zukunft weiter steigen werden.

Kontext: Vergleich mit anderen Regionen

Zum Vergleich: In Lwiw werden die teuersten Wohnungen im Neubaubereich zu einem Preis von 1.490 Dollar pro Quadratmeter angeboten. Der stärkste Preisanstieg auf dem Primärmarkt im Jahresverlauf wurde jedoch in Chmelnyzkyj verzeichnet – dort sprang der Preis um 16 % an.