Am 25. September 2026 zeigten die weltweiten Ölquotierungen einen moderaten Rückgang nach dem starken Anstieg am Vortag. Am Ende des Handels gaben die Brent-Futures um 87 Cent bzw. 0,82 % nach und fielen auf 105,73 Dollar pro Barrel. Der amerikanische Referenzwert West Texas Intermediate (WTI) zeigte eine ausgeprägtere Korrektur: Der Rückgang betrug 1,56 Dollar bzw. 1,65 % auf 93,05 Dollar pro Barrel. An diesem Tag verdauten die Märkte Signale über eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, was einen dämpfenden Druck auf die „geopolitische Prämie“ ausübte, die in den vergangenen Wochen in die Preise eingepreist worden war.

Wochenhoch und WTI-Umschwung

Nicht weniger bemerkenswert war die Bewegung der Quotierungen am vorangegangenen Handelstag. Am Donnerstag, dem 24. September, erreichten die Ölpreise ein Wochenhoch: Am Ende der Sitzung stieg Brent um 3,4 %, WTI um 2,7 %. Für Brent war dies der höchste Schlussstand seit dem 15. September. Für WTI war der Anstieg dagegen ein wegweisendes Ereignis nach einem langen Abwärtstrend: In den sechs vorherigen Handelssitzungen hatte die amerikanische Sorte 13 % verloren, auf Wochensicht fiel sie um 6,42 %. Im selben Zeitraum verzeichnete Brent hingegen ein Plus von 2,09 %. Diese asymmetrische Bewegung der beiden wichtigsten Referenzwerte zog die erhöhte Aufmerksamkeit von Analysten und Händlern auf sich.

Rekord-Spread und Diesel-Faktor

Bis zum 25. September hatte sich die Differenz zwischen den Brent- und WTI-Preisen auf 12,68 Dollar ausgeweitet – der höchste Stand seit Mai dieses Jahres, als der Spread über 13 Dollar lag. In der Regel bewegen sich beide Referenzsorten synchron, wobei der amerikanische WTI traditionell mit einem Abschlag gegenüber Brent gehandelt wird. Diesmal jedoch hat die Divergenz einen anomalen Charakter. Wie Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade, sagte, „spiegelt der ungewöhnlich große Unterschied zwischen den WTI- und Brent-Preisen auch unterschiedliche regionale Risikoprofile wider“. In erheblichem Maße ist diese Divergenz auf die Sorgen des Marktes über ein mögliches US-Verbot für den Dieselexport zurückzuführen. Die Regierung von Präsident Donald Trump erwägt laut früheren Berichten die Einführung einer 90-tägigen Exportbeschränkung für Diesel, um den Anstieg der inländischen Kraftstoffpreise zu dämpfen. Eine solche Maßnahme könnte zu einer Übersättigung des amerikanischen Binnenmarkts führen, was gerade den WTI zusätzlich belastet, während der globale Brent durch nahöstliche Risiken gestützt bleibt.

Diplomatischer Track: New York und Straße von Hormus

Der entscheidende geopolitische Faktor, der die Dynamik des Ölmarkts in der aktuellen Woche bestimmt, bleibt die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Laut vorliegenden Informationen besprechen Vertreter beider Seiten in New York einen schrittweisen Weg zur Beilegung des Konflikts. Der Plan sieht vor, dass Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls fließt – wieder aufnimmt und Washington im Gegenzug die wirtschaftliche Blockade des Irans aufhebt. Gerade diese Signale einer möglichen Deeskalation wurden zum Haupttreiber des Quotierungsrückgangs am 25. September: Der Markt preiste die Wahrscheinlichkeit ein, dass die Bedrohung einer Sperrung der wichtigsten Ölarterien beseitigt wird.

Saudi-Arabien leitet Ströme über das Rote Meer um

Parallel zum diplomatischen Track dokumentieren Branchendienste, Satellitenbilder und Daten über Seetransporte operative Maßnahmen Riads. Saudi-Arabien erhöht die Fördermengen über die Pipeline „Ost–West“, die zum Exportterminal im Hafen Yanbu an der Küste des Roten Meeres führt. Allerdings wurde die Tankerbeladung in Yanbu zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht wieder aufgenommen, was bedeutet: Der tatsächliche Anstieg der Exportlieferungen über die alternative Route bleibt vorerst potenziell und nicht faktisch. Gleichwohl senkt allein die Tatsache der Vorbereitung der Infrastruktur zur Umleitung der Ströme die Risikoprämie im nahöstlichen Marktsegment.

Widersprüchliche Daten

Beim Abgleich verschiedener Quellen zeigen sich eine Reihe von Abweichungen, die zu berücksichtigen sind. Erstens verzeichnen einige Publikationen (darunter die kasachische Ausgabe inform.kz) ein Annähern von Brent an die Marke von 95 Dollar vor dem Hintergrund der iranischen Spannungen, während der Preis zum 25. September 2026 bei 105,73 Dollar liegt. Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass diese Publikationen auf eine frühere Eskalationsphase zurückgehen; für einen Leser, der die tägliche Dynamik nicht verfolgt, kann dies jedoch den Eindruck einer Unstimmigkeit erwecken. Zweitens wird der Charakter des diplomatischen Prozesses unterschiedlich beschrieben: In einigen Quellen ist die Rede von einem „schrittweisen Weg zur Beilegung des Konflikts“, in anderen von einer „zweiwöchigen Waffenruhe“. Wahrscheinlich spiegeln diese Formulierungen verschiedene Stadien desselben Verhandlungsprozesses wider, doch die genaue Dauer und die rechtliche Natur des erreichten (oder geplanten) Abkommens wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von keiner der Seiten offiziell bestätigt. Außerdem hat die Abweichung in der Wochendynamik von Brent (+2,09 %) und WTI (−6,42 %) um 8,5 Prozentpunkte in der modernen Marktgeschichte keinen Präzedenzfall und lässt sich nicht ausschließlich mit dem Diesel-Faktor erklären, was auf das Vorhandensein zusätzlicher, nicht öffentlich gemachter Preisbildungsfaktoren hindeutet.

In den kommenden Sitzungen wird sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf zwei wesentliche Ereignisse konzentrieren: den Ergebnissen der New Yorker Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und einer möglichen offiziellen Erklärung Washingtons über die Einführung eines 90-tägigen Verbots für den Dieselexport. Jedes dieser Ereignisse ist in der Lage, den anomalen Spread zwischen Brent und WTI entweder zu verengen oder noch weiter zu erweitern, sowie die Richtung der Ölpreisbewegung in der kommenden Woche zu bestimmen.