Die Weltmärkte für Rohöl reagieren auf die geopolitische Entspannung im Persischen Golf. Der Preis des schwarzen Golds zeigt einen stabilen Abwärtstrend, angetrieben vom Optimismus der Händler bezüglich der baldigen Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz.
Kursdynamik: Rückgang nach dem Rallye
Während der Handelssitzungen fiel der Preis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf etwa 75 US-Dollar pro Barrel. Dieser Rückgang war die Folge einer Korrektur nach einem steilen Preisanstieg von 11 %, der in den ersten drei Tagen der aktuellen Woche verzeichnet wurde. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der nordseeischen Sorte Brent, die die Handelssitzung am Mittwoch über dem Niveau von 79 US-Dollar pro Barrel schloss.
Haupttreiber des Rückgangs war die Marktüberzeugung, dass die Spannungen rund um diese entscheidende Arterie des weltweiten Kraftstoffhandels auf diplomatischem Wege entschärft werden könnten.
Diplomatischer Durchbruch: Iran und Oman
Im Mittelpunkt steht ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und Oman. Am Mittwoch bestätigten Vertreter Teherans, dass eine gemeinsame Erklärung der beiden Länder derzeit geprüft wird. Laut iranischen Diplomaten wird das Abkommen unterzeichnet, sofern dritte Parteien dem Prozess nicht im Wege stehen.
Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums erklärte am 5. August öffentlich, dass zwischen Teheran und Maskat eine Einigung über die geografischen Koordinaten der Schifffahrtsroute durch die Meerenge erzielt wurde. Laut Informationen von Quellen der Zeitung Axios planen die USA, bereits am Mittwoch (nach Washingtoner Zeit), wenn in Kiew erst der Morgen des 6. Augustes anbricht, das Abkommen zur Öffnung der Meerenge bekannt zu geben.
Das Dokument sieht die Festlegung konkreter Regeln für die Schifffahrt vor und erfüllt, so Gerüchte, eine Reihe von Forderungen des Irans. US-Präsident Donald Trump bestätigte ebenfalls am Mittwoch die bevorstehende Einigung.
Vorsicht der Händler
Trotz positiver Signale bleibt auf den Märkten ein Element der Unsicherheit bestehen. Händler sind nicht bereit, ihre Long-Positionen vollständig zu schließen, da sie befürchten, von einer plötzlichen Eskalation des Konflikts überrascht zu werden. Der Markt nimmt die Nachrichten über das Abkommen als ermutigend auf, behält aber die Finger am Puls und wartet auf offizielle Bestätigungen sowie die Umsetzung der Vereinbarungen.