Die Rohstoffmärkte sind erneut in Erwartung erstarrt. Am Freitag, dem 29. Mai, begannen die Preise für das schwarze Gold deutlich zu sinken. Der Hauptgrund liegt in der Hoffnung der Anleger, dass die Spannungen im Persischen Golf endlich nachlassen könnten. Auf der Tagesordnung steht ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran, das eine Verlängerung des Waffenstillstands ermöglichen könnte.

Die Instrumente reagierten sofort. Die Futures für die Referenzsorte Brent verloren 35 Cent und sanken auf 93,36 Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI zeigte einen noch deutlicheren Rückgang – minus 63 Cent – und schloss bei 88,27 Dollar.

Betrachtet man die wöchentliche Dynamik, so wirkt das Bild noch dramatischer. In sieben Tagen stürzten die Preise um mehr als 8 % ab. Brent, der noch zu Beginn der Woche bei 109,47 Dollar gehandelt wurde, befindet sich nun nahe dem Tiefststand von 87,11 Dollar. Der Markt zeigt eine hohe Volatilität und reagiert auf kleinste Signale bezüglich des Schicksals des Hormus-Streifens – eines zentralen Knotens der Weltwirtschaft.

In den letzten Tagen war die Lage in der Region extrem instabil. In der Nacht vom 25. auf den 26. Mai griffen die US-Luftwaffe iranische Boote und Flugabwehrraketen im Süden Irans an. Auslöser war der Versuch Teherans, den Streifen zu minieren und das Öffnen des Feuers auf amerikanische Flugzeuge. In der Nacht zum 28. Mai setzten die Angriffe fort: Die USA attackierten ein militärisches Objekt, das eine Bedrohung für die Schifffahrt darstellte, und schlugen mehrere Drohnen ab.

Gerade diese Ereignisse trieben zuvor die Ölpreise in die Höhe und lösten Panik bei den Schiffsladungen aus. Doch vor dem Hintergrund der militärischen Aktionen tauchten in den Medien Informationen über die Abstimmung eines Rahmenabkommens auf. Das Dokument sieht eine Verlängerung des Waffenstillstands um weitere 60 Tage vor. In dieser Zeit sollen beide Seiten den freien Durchgang von Schiffen durch den Hormus-Streifen garantieren und einen Kompromiss bezüglich des iranischen Atomprogramms finden. Eine erfolgreiche Lösung dieser Fragen sollte zur Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens führen.

Aber es gibt einen wichtigen Aspekt, der die Märkte unter Spannung hält. Der US-Präsident Donald Trump hat einige Tage Pause eingelegt, um eine endgültige Entscheidung über die Ratifizierung des Rahmenabkommens zu treffen. Während Trump nachdenkt, fallen die Ölpreise weiter, und Trader versuchen zu erraten, ob dieser Schritt den Beginn eines Friedensprozesses oder nur eine Ruhe vor dem nächsten Sturm bedeutet.