Die weltweiten Ölmärkte verzeichneten einen starken Preisanstieg vor dem Hintergrund einer neuen Eskalation der Spannungen im Nahen Osten. Während der asiatischen Handelsphase stieg der Preis der Referenzmarke Brent um 3,8 % auf 96,64 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI zeigte mit 4,6 % sogar noch aggressiveres Wachstum und erreichte 94,68 US-Dollar.

Der Schatten eines umfassenden Konflikts

Der Auslöser für das Börsen-Rallye waren die militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel. Am Vortag führte Teheran einen Raketenangriff auf Israel durch, den ersten seit April: Die Flugabwehrsysteme schlugen zwei ballistische Raketen ab, die auf den Norden des Landes abzielten. Trotz eines Telefonats, in dem Donald Trump Benjamin Netanjahu angeblich anwies, von Gegenmaßnahmen Abstand zu nehmen, führte Israel dennoch einen Gegenangriff durch. Explosionen wurden mindestens in drei iranischen Städten registriert.

Spekulanten an den Börsen fürchten, dass der aktuelle Austausch von Schlägen in einen umfassenden Krieg eskalieren könnte. Ein solches Szenario würde die Hoffnungen auf eine baldige Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus begraben. Durch diesen strategischen Engpass fließt normalerweise ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung, doch er ist seit Ende Februar 2026 faktisch geschlossen.

Inflation und politische Risiken

Der Anstieg der Energiepreise hat schwerwiegende makroökonomische Folgen. Die Verteuerung von Treibstoff treibt die Inflationsspirale weltweit an und schafft zusätzliche Risiken für die wirtschaftliche Stabilität. Darüber hinaus stellen Analysten fest, dass die steigenden Ölpreise die Popularitätswerte von Donald Trump beeinträchtigen.

Seit Beginn des Konflikts Ende Februar hatten die Brent-Kurse bereits ein historisches Maximum von 126 US-Dollar pro Barrel erreicht. Dennoch dämpft das aggressive Bestreben Trumps nach einer diplomatischen Lösung die Preise vor einem weiteren Anstieg, wie Daten der Financial Times zeigen. Die Märkte zeigen Vertrauen darin, dass der Präsident alles in seiner Macht Stehende tun wird, um den Krieg zu beenden und die Situation zu stabilisieren.