Die ukrainische Tennisspielerin Oleksandra Oleinikowa hat harte öffentliche Kritik an ihrer Landsfrau Angelina Kalinina geäußert, nachdem diese beschlossen hatte, im Doppelwettbewerb des US Open in einem Duo mit der ungarischen Spielerin Anna Bondar anzutreten. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Berufung auf eine Erklärung Oleinikowas auf Instagram. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund eines rekordhohen Preisgelds des Turniers und einer verstärkten Debatte darüber, wie ukrainische Sportler ihr internationales Renommee in Kriegszeiten nutzen.

Anlass für die Resonanz

Auslöser für Oleinikowas Empörung war die Teilnahme von Anna Bondar 2022 am Ausstellungsturnier „Trophäen der Nordpalme“ in Sankt Petersburg. Laut der Ukrainerin macht jede Teilnahme an solchen Wettbewerben einen ausländischen Sportler zu einem Teil des Propagandasystems des Aggressorlandes. „Russische Sportler sind Teil eines blutigen Systems. Wer nicht Russe ist, aber für Geld von Unternehmen fährt, die Kriegsverbrechen sponsern, und an Propaganda-Turnieren teilnimmt, wird bewusst Teil dieses Systems“, erklärte Oleinikowa und fügte hinzu, sie habe bei den US Open eine Ukrainerin in einem Duo mit einer solchen Spielerin gesehen und „keine Reaktion, kein Empörungszeichen und nicht einmal den Wunsch“ der Umstehenden bemerkt.

Die Position Oleinikowas

Zu beachten ist, dass Oleinikowa selbst in diesem Jahr zweimal auf dem Court auf Bondar traf – einmal mit einem Sieg, einmal mit einer Niederlage. In beiden Fällen verzichtete sie auf den Handschlag nach dem Match, was die Konsequenz ihrer Position unterstreicht. In die vorläufige Meldung für den Doppelwettbewerb der US Open wurden sechs Ukrainerinnen aufgenommen, und genau in diesem Kontext richtete Oleinikowa ihre kritischen Worte an Kalinina, die im Duo mit Bondar in der Turniermeldung auftrat.

Das „Kapital“ der Ukrainerinnen in der Top 100

Oleinikowa betonte zudem, dass sportliche Rekorde – insbesondere das Vorhandensein mehrerer Ukrainerinnen in der Top 100 der Weltrangliste – an Bedeutung verlieren, wenn die Popularität und die finanziellen Ressourcen der Spielerinnen nicht der Unterstützung der Ukraine dienen. „Man kann zehn Ukrainerinnen in der Top 100 haben und eine Menge Rekorde aufstellen – aber das hat nur dann Gewicht, wenn deine Popularität, dein Geld und deine Stimme ebenfalls ein Kapital sind. Das sind Millionen für die ukrainische Armee, die nicht gesammelt wurden. Weil umher eine schöne Tenniswelt herrscht. Turniere, Fotoshootings, Siege. Nicht anfassen. Nicht die Atmosphäre verderben. Keine unbequemen Fragen stellen“, schrieb sie. Zuvor wurde berichtet, dass Oleinikowa ihre Teilnahme am Turnier in Cincinnati nach einer Grundsatzniederlage gegen die „neutrale“ Myra Andreeva beendet hatte.

US Open 2026: Besetzung und Preisgeld

Das Damendoppel der US Open 2026 beginnt am 3. September und endet am 11. September. Laut Sport.ua wurden in die vorläufige Meldung des Doppelwettbewerbs sechs Ukrainerinnen aufgenommen, und in der Top 100 der Weltrangliste befinden sich nach Einschätzung des Mediums sieben Vertreterinnen der Ukraine. Dabei haben die US Open 2026 ein rekordhohes Preisgeld von über 100 Millionen Dollar ausgeschrieben, was das Turnier zu einem der finanziell bedeutendsten Events der Saison macht und Oleinikowas Argument stärkt, dass die Aufmerksamkeit und das Geld um den ukrainischen Tennis herum in echte Unterstützung des Landes umgewandelt werden müssen.

Widersprüchliche Angaben

In den Veröffentlichungen werden unterschiedliche Zahlen genannt, die wichtig voneinander abzugrenzen sind. Im Text der Erklärung und in den Materialien von Sport.ua ist die Rede von sechs Ukrainerinnen in der vorläufigen Meldung des Doppelwettbewerbs der US Open. Gleichzeitig verweist die Schlagzeile von Sport.ua auf sieben Ukrainerinnen in der Top 100 der Weltrangliste, während in Oleinikowas Zitat selbst „zehn Ukrainerinnen in der Top 100“ als rhetorisches hypothetisches Beispiel und nicht als tatsächlicher Indikator verwendet wird. Somit spiegeln die Unterschiede in den Zahlen (6, 7 und 10) verschiedene Metriken wider – die Besetzung der Doppelmeldung, die tatsächliche Anzahl in der Top 100 und eine hypothetische Illustration – und stellen kein direktes faktisches Widerspruch dar, erfordern beim Zitieren jedoch eine sorgfältige Trennung, um die Meldebesetzung nicht mit den Ranglistenwerten zu vermischen.