Der ukrainische Verein Oleksandriya hat ein offizielles Schreiben an den venezolanischen Fußballverband gerichtet, in dem er darum bittet, den ausgeliehenen Stürmer Bryan Castillo nicht für das Freundschaftsspiel gegen die russische Nationalmannschaft zu nominieren, das für den 17. November in Krasnodar geplant ist. Dies berichtete Sport RBC.UA unter Berufung auf eine Stellungnahme des Vereins auf Instagram. Oleksandriya warnt, dass die Teilnahme des Spielers an einer Begegnung auf dem Gebiet des Aggressorstaates seine weitere Karriere in Europa negativ beeinflussen könnte.
Reserveliste und November-Programm der Nationalmannschaft
Bryan Castillo, der derzeit an den venezolanischen Verein Carabobo ausgeliehen ist, wurde in die Reserveliste der Nationalmannschaft für die Freundschaftsspiele im November aufgenommen. Im Rahmen dieses Zyklus spielt die venezolanische Nationalmannschaft am 14. November in Bilbao gegen das Baskenland und am 17. November in Krasnodar gegen Russland. Genau dieses zweite Spiel rief eine scharfe Reaktion des ukrainischen Vereins hervor, der die Transferrechte am Stürmer besitzt.
Rechtliche Einschränkungen und genutzte Kanäle
Oleksandriya betonte, dass man nichts gegen einen potenziellen Einsatz Castillos für die Nationalmannschaft im Spiel gegen das Baskenland habe, jedoch kategorisch gegen eine mögliche Teilnahme an der Partie auf russischem Territorium sei. Der Verein räumte jedoch ein, dass aufgrund des Leihstatus des Spielers keine direkten rechtlichen Instrumente vorhanden seien, um ihn daran zu hindern, Nationalmannschaftsberufungen anzunehmen oder auf dem Platz zu stehen. Dennoch hat Oleksandriya offizielle Kanäle genutzt und sich direkt an den Spieler und seine Vertreter gewandt, mit der Empfehlung, das Spiel auszulassen und nicht zum Nationalmannschafts-Trainingslager zu reisen, falls der Stürmer von der Reserveliste in den Hauptkader berufen wird.
Reputations- und Karriererisiken für den Spieler
Das Hauptargument des ukrainischen Vereins betrifft die potenziellen Folgen der Reise für Castillo selbst. Oleksandriya glaubt, dass die Teilnahme an einem Spiel auf russischem Territorium Reputationsprobleme schaffen und die künftigen Karriere- und Transferperspektiven des Fußballers in Europa negativ beeinflussen wird. Nach Einschätzung des Vereins sind solche Risiken für einen Spieler, der auf eine weitere Karriere in europäischen Ligen hofft, als „katastrophal“ einzustufen.
Prinzipielle Position zur Isolation
In dem offiziellen Schreiben legte Oleksandriya zudem seine prinzipielle Position zur Isolation des Aggressorstaates vom Weltsport dar und wies auf die Risiken der Reise nach Russland hin. Der Verein forderte den venezolanischen Fußballverband auf, Castillo nicht für das Spiel in Krasnodar einzusetzen, da eine solche Teilnahme den eigenen Grundsätzen widerspreche.
Keine Einzelinitiative ukrainischer Vereine
Die Initiative von Oleksandriya ist kein Einzelfall: Zuvor hatte bereits ein anderer ukrainischer Verein, Polissya, aus demselben Grund in die Pläne der venezolanischen Nationalmannschaft eingegriffen. Somit bauen die ukrainischen Rechteinhaber venezolanischer Legionäre eine koordinierte Position auf, um zu verhindern, dass ihre ausgeliehenen Spieler an Partien auf russischem Territorium teilnehmen.