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title: "Open Printer: Ein französischer Prototyp ohne DRM und Abonnements, aber mit einer „Achillesferse' von HP"
description: "Das französische Startup Open Tools hat den Prototyp des Druckers Open Printer ohne DRM und Abonnements vorgestellt. Das Gerät nutzt Open-Source-Software und HP-Patronen, doch Experten warnen vor den Risiken einer Abhängigkeit von der Politik von Hewlett-Packard. 🖨️🇫🇷🛑"
date: 2026-07-09T15:11:50.000Z
lang: de
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# Open Printer: Ein französischer Prototyp ohne DRM und Abonnements, aber mit einer „Achillesferse' von HP

![Prototyp des französischen Druckers Openprinter ohne DRM und Abonnements, zeigt transparente Gehäuse und Papierrolle](https://xab.info/media/2026/07/10/open-printer-prototip-bez-drm-i-podpisek/open-printer-prototip-bez-drm-i-podpisek-1.webp)

Das Pariser Technologie-Startup Open Tools hat der Welt einen funktionierenden Prototypen des Tintenstrahldruckers Open Printer vorgestellt. Dieses Gerät positioniert sich als Antwort der Branche auf erzwungene Abonnements und digitale Sperren. Die Entwickler versprechen Hardware mit offenem Quellcode, frei von proprietären Treibern und digitalen Rechteverwaltungssystemen (DRM). Das Projekt hat bereits Anerkennung gefunden und zwei französische Preise im Bereich Industriedesign gewonnen, jedoch bleiben der Markteinführungszeitpunkt und die endgültigen Kosten noch ungewiss.

### Technische Architektur: Absage an „Blackboxen'

Die Entwicklung des Open Printer läuft bereits seit neun Monaten, beginnend mit der Veröffentlichung der Dokumentation auf der Plattform Crowd Supply. Das Ingenieurteam hat einen modularen Ansatz gewählt und kombiniert öffentlich zugängliche Rechenkomponenten mit kundenspezifischen Steuerungsplatinen. Das Fundament des Systems ist die Ablehnung geschlossener proprietärer Lösungen zugunsten einer plattformübergreifenden Kompatibilität.

Das Herzstück des Geräts ist der Single-Board-Computer Raspberry Pi Zero W, der die Verwaltung der Netzwerkprotokolle und die Arbeit mit dem Drucksystem CUPS (Common UNIX Printing System) übernimmt. Diese Lösung ermöglicht es dem Drucker, unter Windows, macOS, Linux, iOS und Android zu arbeiten, ohne dass spezielle Software des Herstellers installiert werden muss.

Zur Steuerung der Positionierung des Druckkopfes und der Verwaltung des Kartuschensystems wird ein Mikrocontroller von STMicroelectronics STM32 verwendet. Die Benutzeroberfläche wird über ein 1,47-Zoll großes TFT-LCD-Display und ein mechanisches Encoder-Rad (Jog-Rad) zur Navigation im Menü realisiert.

### Spezifikationen und Druckfunktionen

Den technischen Daten zufolge unterstützt der Open Printer folgende Merkmale:

- **Druckauflösung:** 600 dpi im Monochrom-Modus und 1200 dpi für Vollfarbgrafiken.

- **Schnittstellen:** USB Type-C, USB Type-A sowie ein 24V DC-Stromanschluss.

- **Drahtlose Kommunikation:** Bluetooth 4.1 und Wi-Fi 802.11n (Wi-Fi 5-Standard).

- **Software:** Der offene Quellcode der Firmware und die Dateien für den 3D-Druck des Gehäuses stehen unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung.

Die Lizenz ermöglicht es den Nutzern, Geräte selbst zu reparieren, zu modernisieren und zu montieren, verbietet jedoch Dritten die kommerzielle Herstellung von Nachbauten.

### Wirtschaftliches Modell und Verbrauchsmaterialien

Eines der Hauptmerkmale des Open Printer ist das Konzept der Verwendung weit verbreiteter Patronen. Das Gerät wurde für die Kompatibilität mit HP-Patronen entwickelt, die integrierte Druckköpfe aufweisen: Modell HP 63 für Nordamerika, HP 302 für Europa und HP 803 für Asien.

Die Konstruktion gewährleistet einen unabhängigen Betriebszyklus der Tintenbehälter. Das bedeutet, dass die Erschöpfung eines der Komponenten (z. B. der schwarzen Tinte) nicht zu einer softwarebasierten Sperrung des gesamten Geräts führt, was bei traditionellen Herstellern eine gängige Praxis ist.

### Risiken der Abhängigkeit von HP

Trotz der deklarierten Unabhängigkeit weisen Branchenanalysten auf einen wesentlichen infrastrukturellen Widerspruch des Projekts hin. Die Verwendung von Patronen des multinationalen Konzerns HP bewahrt eine kritische Abhängigkeit des Startups von der Produktionspolitik eines externen Emittenten.

Das Unternehmen Hewlett-Packard ist bekannt für die Einführung strenger Schutzsysteme wie Instant Ink und der Dynamic Security-Technologie, die nicht-originale Verbrauchsmaterialien blockiert. Obwohl einige Programme unter dem Druck der Verbraucher eingestellt wurden, bleiben die Risiken bestehen. HP könnte die Geometrie oder die Firmware zukünftiger Revisionen der Patronen ändern, was sie mit dem Open Printer unvereinbar machen würde.

### Aktueller Entwicklungsstatus

Gegenwärtig arbeiten die Ingenieure von Open Tools weiterhin an der Verfeinerung der Papierzuführmechanismen, der Algorithmen für die automatische Düsenreinigung und der drahtlosen Wi-Fi-Protokolle. Aus rechtlicher Sicht wird die Verwendung originaler Patronengehäuse zur Integration in unabhängige Komplexe als faire Nutzung (Fair Use) eingestuft, vorausgesetzt, es findet keine kommerzielle Vervielfältigung patentierter Entschlüsselungschips statt.