Die Situation in der russischen Luftverteidigung hat sich erheblich verändert. Laut Angaben der ukrainischen Streitkräfte haben systematische Angriffe auf Radaranlagen in der Region Brjansk eine kritische Lücke in der gestaffelten Abwehrsystematik geschaffen. Dieses Ereignis, über das RBC-Ukraine unter Berufung auf das 1. separate Zentrum der Drohnenstreitkräfte der Ukrainischen Streitkräfte berichtet, wurde zum Schlüsselfaktor, der es Langstreckendrohnen ermöglichte, Ziele in Moskau, Sankt Petersburg und Ust-Luga zu erreichen.
Lücke im Luftverteidigungssystem und Operation „Polyphem“
Die Operateure der Gruppe „Roni“ des 1. separaten Zentrums konzentrierten ihre Bemühungen auf die Zerstörung von Radaren des Flugkontroll- und Managementsystems (SKPP), die in der Region Brjansk stationiert sind. Diese Knotenpunkte sind für die Überwachung des Luftraums in der strategisch wichtigen Richtung der russischen Hauptstadt verantwortlich. Militärs betonen, dass gerade die Unterdrückung dieser Sensoren es den Langstreckendrohnen „Deep Strike“ ermöglichte, die Verteidigungslinien erfolgreich zu überwinden.
Die Einheit veröffentlichte ein Video, das den Verlauf der Operation zeigt, die den Namen „Polyphem“ erhielt. Nach Angaben der Militärs hat diese Kampagne die Effektivität der Flüge von Drohnen in nördlicher Richtung erheblich gesteigert. In der Erklärung der Drohnenstreitkräfte wurde die Metapher verwendet: „Wenn der Feind seine ‚Augen‘ verliert, wird der Himmel für unsere Langstreckenanschläge geöffnet“.
Experten des Zentrums stellen fest, dass die Wiederherstellung des beschädigten Abschnitts der russischen Luftverteidigung vom Gegner erhebliche Ressourcen und Zeit erfordern wird. Gleichzeitig wird laut Aussage der Militärs der Prozess der Erschöpfung des Abwehrsystems fortgesetzt.
Ziele im tiefen Hinterland: von Dubna bis St. Petersburg
Die Öffnung des Luftkorridors ermöglichte es den ukrainischen Kräften, Angriffe auf Objekte zu führen, die sich in beträchtlicher Entfernung zur Grenze befinden. Insbesondere wurden in letzter Zeit Drohnenangriffe regelmäßig in der Region Moskau registriert.
Eines der resonantesten Ereignisse war der massenhafte Angriff in der Nacht zum 30. Juni. Infolge der Schläge wurde das Zentrum für Weltraumkommunikation „Dubna“ getroffen. Dieses Objekt, das sich mehr als 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt befindet, spielt eine Schlüsselrolle in der russischen Infrastruktur, da es Satellitenkommunikation, Aufklärung und die Koordination der Aktionen der Besatzungstruppen sicherstellt.
Der Generalstab der Ukrainischen Streitkräfte meldete die Zerstörung des Komplexes „Dubna“ erstmals am 22. Juni. Damals wurde die Beschädigung der 32-Meter-Antenne Mark-IV und des technischen Gebäudes des Komplexes bestätigt. Die erneute Zerstörung des Objekts, über die Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete, zeigt, dass die russischen Luftverteidigungssysteme bisher keinen zuverlässigen Schutz strategisch wichtiger Führungs- und Kommunikationszentren vor hochpräzisen Angriffen gewährleisten können.