Die Situation rund um die höchste Staatsauszeichnung Polens, der der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beraubt wurde, hat ihren formellen Abschluss gefunden. Der zurückgegebene Orden des Weißen Adlers ist bereits in der Präsidentskanzlei Polands eingetroffen und wird zur Aufbewahrung in das Staatsarchiv übergeben.
Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf den Pressesprecher des polnischen Staatsoberhaupts, Rafał Leszczyński, berichtet, wurde die Auszeichnung per Post erhalten. Leszczyński bestätigte den Eingang des Ordens in die Präsidentenverwaltung und stellte fest, dass nun sowohl die Dokumentation als auch die Auszeichnung selbst archiviert werden.
Status der Auszeichnung und Dokumente
Laut Erläuterungen des Pressesprechers bleibt der Orden des Weißen Adlers als höchste Auszeichnung des Landes im Eigentum des Staates. Der faktische Entzug der Auszeichnung von Selenskyj bedeutet jedoch, dass die Urkunde zum Orden ihre rechtliche Gültigkeit verloren hat. Das physische Exemplar des Ordens zusammen mit dem ungültigen Dokument wird nun im Archiv der Präsidentskanzlei Polands aufbewahrt.
Diese Entscheidung markiert den endgültigen Punkt in einer Geschichte, die am 19. Juni begann, als der polnische Präsident Karol Nawrocki Wolodymyr Selenskyj offiziell der höchsten und ältesten Staatsauszeichnung des Landes beraubte. In Warschau wurde diese Entscheidung damit begründet, dass eine ukrainische Einheit nach Helden der UPA (Ukrainische Aufstandsarmee) benannt worden war, was angesichts der historischen Tragödien der Jahre 1943–1944 auf scharfe Ablehnung der polnischen Seite stieß.
Die Position Warschaus: Nicht gegen Ukrainer
Trotz der Härte der Entscheidung äußerte der offizielle Sprecher des polnischen Führers die Überzeugung, dass der Vorfall zu keiner weiteren Verschärfung der bilateralen Beziehungen führen werde. Rafał Leszczyński betonte, dass Präsident Nawrocki deutlich gemacht habe: Der Entzug des Ordens sei nicht gegen das ukrainische Volk gerichtet.
„In der Tat ist Russland der Feind der Ukraine, ganz Europas und der freien Welt', zitiert der Pressesprecher die Aussage des polnischen Staatsoberhaupts. Auf diese Weise versucht Warschau, die Begriffe „politische Entscheidung' und „geopolitische Position' zu trennen und die Bündnisbeziehungen mit Kiew aufrechtzuerhalten.
Chronologie des Konflikts
Die Geschichte mit dem Orden entwickelte sich dramatisch. Nachdem Nawrocki den Entzug der Auszeichnung von Selenskyj angekündigt hatte, lehnte der ukrainische Führer, im Anschluss an seine Vorgänger, diese ab. Die anschließende Entscheidung Kiews, den Orden per Post nach Polen zurückzusenden, lögte jedoch eine neue Welle der Empörung beim polnischen Präsidenten aus, der dies als Respektlosigkeit gegenüber dem Protokoll ansah. Nun, da die Auszeichnung offiziell angenommen und zur Aufbewahrung übergeben wurde, wechselt der Vorfall in den Status „abgeschlossen'.